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Planungstools im Internet

Wer baut, möchte sich sein Projekt schon in der Planungsphase möglichst vorstellen können. Dafür gibt es inzwischen jede Menge Apps und digitale Planungstools. Doch nicht alle diese Helfer führen zum Ziel – ein Erfahrungsbericht.

Eine ganze Wohnung planen:
Wer ein ganzes Haus oder eine ganze Wohnung planen und einrichten möchte, findet mit den folgenden drei Apps/Softwares Unterstützung. Die Grundrisse sind individuell anpassbar, Boden- und Wandbeläge können ausgewählt werden und die Räume lassen sich mit Möbeln sowie sanitären Einrichtungen bestücken.

Sweet Home 3Dzoom

Sweet Home 3D
Gibt’s entweder gratis im App Store oder ebenfalls kostenlos als Software zum Downloaden unter www.sweethome3d.com. Dieses Tool eignet sich vor allem für jene Leute, ­welche keine hohen Ansprüche stellen und nur ein bisschen pröbeln möchten, wie die Wohnung eingerichtet werden könnte. Denn es stehen im Grundpaket nur wenige Möbel und Einrichtungen zur ­Auswahl. Positiv zu erwähnen ist die gute 3D-Ansicht und das 3D-Video, das sich hiermit generieren lässt.

 
Room Arrangerzoom

Room Arranger
Der «Room Arranger» ist im App-Store kostenlos erhältlich. Wer seine geplanten Objekte allerdings speichern möchte, muss die Version für zehn Franken kaufen. Die App funktioniert sehr ­intuitiv und es ist eine schöne Spielerei, die Spass macht. Auch hier stehen nicht allzu viele Möbel zur Auswahl, doch immerhin können sie in der Grösse verändert und den eigenen Bedürfnissen angepasst werden. Die 3D-Ansicht hilft, sich die geplanten Räume zu veranschaulichen. www.roomarranger.com

 
 Home Design 3D – freezoom

Home Design 3D – free
Diese kostenlose App ist etwas komplexer als «Room Arranger», aber immer noch sehr benutzerfreundlich. Es stehen eine grosse Anzahl Möbel und Einrichtungsstücke zur Auswahl. Mit dieser App kann man sich wirklich verweilen und verschiedene Sachen ausprobieren. In der Gratisversion nervt die Werbung etwas – diese entfällt in der klassischen Version für sieben und der Gold-Version für elf Franken. Zudem können bei den bezahlten Versionen die Projekte gespeichert werden. www.homedesign3d.net/EN

 

Planen im Kleinen:
Boden, Bad, Schrank, Küche – vieles kann heute online geplant werden. Viele Hersteller bieten auf ihrer Website ein Planungstool an. Hier werden drei dieser Tools vorgestellt, welche besonders aufgefallen sind.

Schrankplaner ISweet Home 3Dzoom

Schrankplaner
Ob man seinen Schrank bei Ikea kaufen möchte oder ihn vom Schreiner machen lassen will – der «Schrankplaner Pax» hilft in jedem Fall weiter. Denn dank diesem Tool, wo ein Schrank oder ein ganzes Schrankzimmer mit allen möglichen Fächern, Schubladen und Kleiderstangen eingerichtet werden kann, ist man gezwungen, sich über die gewünschte Schranknutzung Gedanken zu machen. www.ikea.ch

 
Küchen-Farbsimulator von Richner zoom

Küchen-Farbsimulator
Manchmal will man ja gar nicht kompliziert eine Küche mit all ihren Details planen, sondern sich nur mal farblich inspirieren lassen. Passt die weisse Küche zum Parkett? Mit dem «Küchen-Farbsimulator» von Richner lassen sich diese und weitere Fragen in Sachen Farbwahl schnell und ohne viele Klicks beantworten. www.richner.ch

 
 Küchen-Zonenplaner von Blumzoom

Küchen-Zonenplaner
Der «Zonenplaner» von Blum zeigt eindrücklich auf, respektive fragt nach, wofür man in der Küche alles Platz braucht. Hat man viele Tupperwares zum Verstauen? Dieses clevere Tool kann die Küchenplanung nachhaltig beeinflussen, so dass beim Einräumen der neuen Küche keine bösen Überraschungen warten. www.blum.com

 
Augmented Reality App von Villeroy & Bochzoom

Ein Blick durch die Smartphone-Kamera
Eine Planungsapp der besonderen Art ist die «Augmented Reality App» von Villeroy & Boch. Sie ermöglicht es dem Smartphone- oder Tablet-Nutzer, das Bad durch die Kamera hindurch zu planen. Die Produkte (u.a. die Kollektionen «Subway 2.0» und «Legato») werden massstabsgetreu und in 3D aus allen Perspektiven sowie in allen Farbvarianten in das existierende Kamerabild projiziert. So kann man sein Traumbad vorab betrachten und verschiedene Kombinationen ausprobieren. Da die Benutzung der App nicht ortsgebunden ist, kann man die Wirkung der Produkte flexibel an jedem beliebigen Ort, ob zuhause im eigenen Badezimmer oder im ­Rohbau des zukünftigen Hauses, erleben und ausprobieren. www.villeroyboch.com/augmented-reality-app

 
Ein Blick durch die Zukunftsbrille: Damit lässt sich das zukünftige Bad massstabsgetreu und in 3D betrachten.zoom
Ein Blick durch die Zukunftsbrille: Damit lässt sich das zukünftige Bad massstabsgetreu und in 3D betrachten.
 

Ein Erfahrungsbericht
Digitale Bad- und Küchenplaner kenne ich einige. Viele der Hersteller stellen solche Tools auf ihrer Website zur Verfügung. Die meisten basieren auf derselben Software und stammen vom jeweiligen Branchenverband. Diese Tools sind wirklich nützlich und einfach zu bedienen. Sie führen mich zum Ziel. Doch ich habe Grösseres vor: Ich möchte ein ganzes Haus planen. Wo finde ich eine solche Anwendung? Natürlich frage ich zuerst einmal bei Google nach, versuche es mit verschiedenen Suchworten wie «Bauplaner online» oder «Bauplaner kostenlos». Wie so oft im Web lande ich im Dschungel und finde mich in den rund 78 000 Suchresultaten kaum zurecht. Auch im App-Store mache ich mich auf die Suche, finde wenige kostenlose Versionen, dafür umso mehr teure Apps.
Die Suche wird immer zeitinensiver, auch, weil ich mich zum Mitlesen in diversen Bauforen verführen lasse. Schliesslich komme ich zum Fazit: Zum Thema Hausplanung gibt es einige sehr professionelle Softwares und Apps, welche sehr schnell sehr viel kosten. Diese Softwares und Apps scheinen mir vor allem für Architekten und Co. gedacht und nicht für Amateure wie mich. Bei www.sketchup.com beispielsweise (die Pro Version ist 30 Tage kostenlos) finden sich auf meinem Bildschirm verschiedene Linien und mitten drin eine Malerin. Was soll ich mit dieser Malerin, frage ich mich. Trotz wildem Klicken und Drücken geschieht nichts. Mit meinem Wissen komme ich hier ohne grosses Einarbeiten (und das stinkt mir, denn ich will schnelle Resultate) nicht weiter.
Wieder andere Online-Programme verlangen nach dem Grundriss meiner Wohnung. Die technischen Anforderungen sind so hoch, dass mir persönlich schon wieder die Lust am Ausprobieren vergeht. Es gibt aber auch Apps und Online-Softwares «für mich und dich», welche wirklich brauchbar sind und als Planungshilfe zum gewünschten Resultat führen.

Entschädigung für Nutzer des Onlineplaners
Die Bad- und Küchenplaner wurden eingangs schon kurz erwähnt. Diese finden sich inzwischen bei fast jedem Hersteller auf der Website. Bei den einen kann alles von Grund auf geplant werden, bei anderen geht es eher um die Farb-, Form- oder Materialwahl. So oder so: Diese Planer sind wirklich praktisch und helfen bei der Vorbereitung auf das erste Beratungsgespräch. Fragt man bei den Firmen nach, hört man überall dasselbe Echo: Die Kunden beschäftigen sich schon vor einem Kaufentscheid mit diversen Ideen und möchten spielerisch umsetzen und ausprobieren, was alles möglich ist. Heute gehört es für viele Firmen ganz einfach dazu, ein solches Tool anzubieten. Bei Fust geht man sogar so weit, dass jene Kunden, welche den Onlineplaner nutzen und die Pläne der selbst geplanten Idee zur Beratung mitbringen, 250 Franken vergütet bekommen. «Der Kunde leistet ja eine gewisse Vorarbeit und verkürzt in den meisten Fällen die Bedürfnisabklärung mit unseren Fachberatern, da schon konkrete Vorstellungen von der zukünftigen Einrichtung da sind», erklärt Manfred Spiller, Spartenleiter Küchen und Badezimmer bei Fust, die Idee hinter der Vergütung. Bei Villeroy & Boch, einem Unternehmen, das man getrost als Vorreiter in Sachen Onlinetools in der Badbranche bezeichnen darf, ist man sich aber auch eines Problems im Zusammenhang mit den vom Kunden selbst erarbeiteten Konzepten bewusst. «Der Kunde orientiert sich bei der Planung seines Bades am Optischen, während der Händler anschliessend die technischen Voraussetzungen prüfen muss», sagt Cor de Rooij, Multimedia Manager im Bereich Bad und Wellness. «Diese können sich insbesondere bei Umbauten als schwierig herausstellen, da man auf vorhandene Stromanschlüsse, Wasseranschlüsse oder auf die Umsetzbarkeit von bodenebenen Duschflächen achten muss.» Hier sei der Installateur mit seinem Fachwissen gefordert. Er muss dem Kunden aufzeigen, was technisch umsetzbar ist.

Der neueste Trend: Virtual-Reality-Brillen
Apps können einen geplanten Raum schon ziemlich real erscheinen lassen. Doch noch weiter geht die sogenannte Virutal-Reality-Brille. Der Kunde kann die Brille im Showroom anziehen und bekommt in einem leeren Raum in einer 360°-Sicht simuliert, wie die verschiedenen Möbel darin wirken. Villeroy & Boch setzt bereits in diversen Ausstellungen auf diese Brille. «Die entscheidenden Vorteile der Virtual-Reality-Brille liegen darin, dass nun auch kleinere Ausstellungen Kollektionen, Farbvarianten und Grössen zeigen können, für die dort normalerweise nicht ausreichend Platz wäre. Auch Neuheiten oder Produkte, die sich noch in der Auslieferung befinden, sind dank der Brille virtuell schon vorab zu sehen», sagt Cor de Rooij. Die Brille gebe den Kunden auch eine gewisse Planungssicherheit. «Es beeindruckt die Kunden, dass sie ihr Traumbad schon erleben können, bevor es gebaut ist und sie so die Produkte und Kollektionen ganz nach ihren Vorstellungen zusammenstellen können.» Ein tolles Feature, das es zwar nicht für den privaten Gebrauch zuhause gibt, aber beim Badkauf sicherlich weiterhelfen kann und wohl in Zukunft noch häufiger zu sehen sein wird.


Text: Andrea Hurschler
aus: haus-und-wohnen.ch, Printausgabe 2017

 
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