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Vom Unternehmen zur Marke: Badhersteller Kaldewei

Das deutsche Familienunternehmen Kaldewei hat sich trotz Weltkrieg, Inflation und starker Konkurrenz aus Niedriglohn-Ländern binnen eines Jahrhunderts weltweit als Qualitäts-Marke etabliert.

Bei «Silenio» lässt Designerin Anke Salomon fliessende, naturnahe Formen miteinander spielen. zoom
Bei «Silenio» lässt Designerin Anke Salomon fliessende, naturnahe Formen miteinander spielen. 
Auch im Bereich Duschwannen ist das Unternehmen gut aufgestellt. Das Modell «Scona» wird flächenbündig in den Boden eingepasst.zoom
Auch im Bereich Duschwannen ist das Unternehmen gut aufgestellt. Das Modell «Scona» wird flächenbündig in den Boden eingepasst.
 

3.5  Milimeter ist nicht viel. Es ist der Durchmesser des allen Produkten zugrunde liegenden Stahl-Emails. Trotzdem hat es gereicht, um vom Kleinbetrieb zu einem von Europas führenden Herstellern für Bade- und Duschwannen sowie emaillierte Duschflächen und Waschtische zu werden. In der Firmengeschichte steht geschrieben mit «eisernem Willen, unermüdlichem Fleiss und einem feinen Gespür für erfolgsversprechende Marktlücken» habe man es nach oben geschafft. Das bisschen Pathos in dieser Beschreibung verzeiht man gerne, denn selbst wenn man das Unternehmen von den schmückenden Attributen befreit, die bei jeder Form der Geschichtsschreibung mitmischen, bleibt unterm Strich eine beispielhafte Erfolgsgeschichte.

Pfannen und Wannen
Noch während die letzten Soldaten aus dem Ersten Weltkrieg heimkehren, gründet der gelernte Klempnermeister Franz Kaldewei ein kleines Unternehmen, das die Emailindustrie mit Rohmaterial versorgt. Auf nicht mal 1000 Quadratmeter produziert er Waschwannen, Bratpfannen und Randkessel, die sukzessive ihren Weg in jeden Haushalt finden. 1928 übernimmt Heinrich Kaldewei den Betrieb von seinem Vater und wendet den Emaillierungsprozess nun selbst auf das Rohmaterial an. 1934 kommt dann die erste freistehende Stahlbadewanne auf den Markt. Zunächst wird diese noch aus mehreren Teilen zusammengeschweisst, rund 20 Jahre später schliesslich nahtlos aus einem einzigen Stück Stahl gezogen. Heinrich Kaldewei weiss, dass mit diesem Produkt auch die Fertigung neu geplant werden muss und richtet daraufhin die erste Badewannen-Pressenstrasse der Welt ein. Auch in Sachen Emaillierung entwickelt sich das Unternehmen konsequent weiter und verwendet in seiner Serienproduktion erstmals mechanische Roboter, die ein gleichmässiges Auftragen auf den Bade- und Duschwannen ermöglichen.

Nur 3,5 mm dick und aus einem Stück werden die Stahlwannen gezogen. Das Stahl-Email-Gemisch kann ausserdem zu 100 Prozent abgebaut werden.zoom
Nur 3,5 mm dick und aus einem Stück werden die Stahlwannen gezogen. Das Stahl-Email-Gemisch kann ausserdem zu 100 Prozent abgebaut werden.
 

Vom Unternehmen zur Marke
Mit Franz-Dieter Kaldewei übernimmt in den 1970er Jahren schliesslich bereits die dritte Generation das Familienunternehmen. Er setzt verstärkt auf die Automatisierung der Fertigungsanlagen und weiss, dass dem technischen Fortschritt nun auch eine gestalterische Neuorientierung folgen muss, da sich Konsumenten verstärkt für die Design- und Formensprache der Produkte zu interessieren beginnen. Um am Markt bestehen zu können, brauchen Produkte nicht nur eine praktische Funktion, sondern auch eine aussagekräftige Form und so kommt es zu ersten Kooperationen mit Sottsass Associatti in Mailand oder dem Stuttgarter Designbüro Phoenix. Auf punktuelles Marketing folgt eine durchgeplante Werbestrategie, die das Unternehmen weltweit bekannt und schliesslich vom Hersteller zur Marke macht. Mit seiner Internationalität, aber gleichzeitig auch Universalität und der Fähigkeit, die richtige Mischung aus zeitlos und zeitgemäss zu generieren, führt Franz Kaldwei bereits seit 2008 in nun mehr vierter Generation das Unternehmen und bietet mit einer aktuellen Waschtischkollektion erstmals eine Komplettlösung für das Badezimmer. Mit an Bord sind wieder namhafte Designer wie Arik Levy, der die Kollektion «Emerso» entwarf und Anke Salomon, die mit ihrer feminin-organisch inspirierten Linie «Silenio» gleichzeitig Ruhe und sanfte Bewegung ins Bad bringt. Und auch wenn sich die äusserliche Formensprache mit der Zeit weiter verändert, innen drin schlägt weiterhin ein Herz aus Stahl.

Zusammen mit seinem Mitarbeiter Jonathan Le Monnier gestaltete Star-Designer Arik Levy die Kaldewei Meisterstücke «Emerso», die bereits mit einem Red Dot Award 2015 ausgezeichnet wurden.zoom
Zusammen mit seinem Mitarbeiter Jonathan Le Monnier gestaltete Star-Designer Arik Levy die Kaldewei Meisterstücke «Emerso», die bereits mit einem Red Dot Award 2015 ausgezeichnet wurden.
Im Jahr 1957 wurde die erste Badewannen-Pressenstrasse der Welt in Betrieb genommen.zoom
Im Jahr 1957 wurde die erste Badewannen-Pressenstrasse der Welt in Betrieb genommen.
 

Text: Katrin Montiegel
aus: Raum und Wohnen, Heft Nr. 08/2015

Bezugsquelle:
Kaldewei
über: Franz Kaldewei AG
5000 Aarau
Tel. 062 205 21 00
www.kaldewei.ch

 
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