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Ein Boden für alle Sinne

Parkett ist mehr als nur ein Bodenbelag. Es ist ein sinnliches Produkt und ein langjähriger Begleiter, der sich über die Jahre zwar verändert, aber auch im Alter noch seine Vorzüge bewahrt.

Hell oder dunkel? Der digitale Raumplaner zeigt einfach und schnell die Unterschiede in den Parkett-Kollektionen von Belcolor.zoom
Hell oder dunkel? Der digitale Raumplaner zeigt einfach und schnell die Unterschiede in den Parkett-Kollektionen von Belcolor.
Die durchgängigen, gelaugten Dielen aus Douglasienholz sind das Markenzeichen dieser von Designerin Anouska Hempel gestalteten Wohnung. Dinesen.zoom
Die durchgängigen, gelaugten Dielen aus Douglasienholz sind das Markenzeichen dieser von Designerin Anouska Hempel gestalteten Wohnung. Dinesen.
 

Barfuss über einen Holzboden laufen, Schritt für Schritt die samtene Oberfläche an der Fusssohle spüren – Parkett ist nicht einfach ein Boden, es ist ein Erlebnis auf verschiedenen Sinnes­ebenen. Wen wundert es, dass die Absatzzahlen in den vergangenen 20 Jahren kontinuierlich gestiegen sind. Derzeit werden jährlich in der Schweiz rund sechs Millionen Quadratmeter Parkett verlegt.

Nicht jeder Holzboden ist ein Parkett
Doch wann spricht man überhaupt von Parkett? «Als Parkett gilt ein Holzboden mit einer Decklage von mindestens 2,5 Millimetern, wobei diese in der Dicke aus einem Stück bestehen muss», erklärt Mark Teutsch, Geschäftsleiter der Interessengemeinschaft der Schweizerischen Parkett-Industrie ISP. Bodenbeläge mit einer Nutzholzschicht unter 2,5 Millimetern müssen als Furnierboden deklariert sein. Die weitaus am meisten verwendete Art ist das Mehrschichtparkett, das aus mehreren miteinander verleimten Holzschichten besteht, wobei die oberste in der Regel aus Hartholz und die unteren aus Nadelholz gemacht sind. Als Massivparkett gelten Elemente ab
8 Millimetern Stärke.

 
Fischgrät ist ein klassisches Verlegemuster, das sich an der Anordnung von Gräten oder dem Fruchtstand einer Ähre orientiert. Meister.zoom
Fischgrät ist ein klassisches Verlegemuster, das sich an der Anordnung von Gräten oder dem Fruchtstand einer Ähre orientiert. Meister.
 

Fast überall einsetzbar Parkett kann man – mit gewissen Einschränkungen – praktisch überall verwenden: «Ausschlaggebend ist die Art der Nutzung. Wer im Badezimmer darauf achtet, dass keine grösseren Wassermengen auf das Holz gelangen, wird keine Probleme haben», ist der Fachmann überzeugt. Abzuraten sei hingegen die Verwendung in Bereichen, wo der Boden regelmäs­sig mit Chemikalien oder anderen aggressiven Flüssigkeiten in Berührung komme. Auch eine Bodenheizung ist kein Hinderungsgrund für ein Parkett, solange die Maximaltemperatur von 27 Grad Celsius in der Holzoberfläche eingehalten wird und sich das eingesetzte Produkt für Fussbodenheizungen eignet.

Vielfalt bei Hölzern und Verlegung
Aufgrund ihrer Härte eignen sich Laubhölzer wie Eiche, Buche, Esche oder Ahorn besonders gut als Bodenbelag, aber auch Nussbaum, Birke oder Kirsche sind beliebt. Laut Salih Osmanbasic, Verkaufsberater Hans Hassler AG Zug, gehören Eiche und Räuchereiche derzeit zu den Favoriten der Bauherrschaften. Weniger widerstandsfähig sind hingegen Nadelhölzer, da diese sehr weich sind. Parkett wird häufig in Stabform angeboten. Je nach Grösse spricht man von Riemen, Landhausriemen oder Landhausdielen. «Beim sogenannten 1-Stab-Parkett wird die Decklage eines einzelnen Elementes in der Breite aus einem Stück Holz gefertigt, bei 2- oder 3-Stab-Parkett entsprechend aus zwei oder drei Stücken», erklärt Mark Teutsch. Unterschiede gibt es auch bei der Verlegung: Parkett kann man verkleben, vernageln, verschrauben oder schwimmend verlegen. «Gut drei Viertel der neu verlegten Parkettböden sind vollflächig verklebt», weiss Teutsch. Der Vorteil gegenüber andern Verlegearten ist, dass sich einzelne Elemente problemlos austauschen las­sen. Gegenüber schwimmend verlegten Parketten weisen sie ausserdem einen tieferen Wärmedurchlasswiderstand auf – die Bodenheizung erzielt also einen besseren Wirkungsgrad.

Erfreuten sich in den vergangenen Jahren Landhausdielen grosser Beliebtheit, stellen sowohl Mark Teutsch als auch Salih Osmanbasic langsam einen Gegentrend fest: Vermehrt trifft man wieder auf Fischgrät oder andere kleinere Muster. Das nach wie vor am häufigsten angewendete Verlegemuster ist der Schiffsboden.

Gebürstet und von natürlichen Ölen geschützt sind die drei Meter langen Eichendielen der «Silverline Edition». Bauwerk Parkett.zoom
Gebürstet und von natürlichen Ölen geschützt sind die drei Meter langen Eichendielen der «Silverline Edition». Bauwerk Parkett.
Wenn keine grossen Wassermassen auf den Boden gelangen, kann Parkett auch im Bade­zimmer liegen. «Admonter», STIA.zoom
Wenn keine grossen Wassermassen auf den Boden gelangen, kann Parkett auch im Bade­zimmer liegen. «Admonter», STIA.
 

Oberflächen ölen oder versiegeln?
Parkett kann man versiegeln, ölen oder wachsen. Etwas mehr als die Hälfte aller neuen Parkettböden werden derzeit mit versiegelten Oberflächen verkauft. Durch den Lack bildet sich eine matte, seidenmatte oder hochglänzende Schicht auf dem Holz. Das Öl hingegen dringt in das Holz ein. Eher selten sind die Oberflächen gewachst oder geseift. «Man sollte sich vor dem Kauf gut überlegen, welche Oberflächenbeschichtung man wählt und sich von einem Fachmann beraten lassen, insbesondere bezüglich der notwendigen Pflege», rät Teutsch. Ist ein Parkett in die Jahre gekommen, stellt sich die Frage, ob man eine Oberflächenrenovation vornimmt oder eine Totalsanierung. Bei ersterer entfernt man die Oberflächenbeschichtung bis aufs Holz und trägt danach die obersten 0,5 bis 0,7 Millimeter ab. Geölte Parkette können je nach Gebrauchsspuren auch gereinigt und neu geölt werden. Ist die Decklage nicht mehr dick genug oder der Boden sonst stark beschädigt, muss eine Totalsanierung in Betracht gezogen und der bestehende Boden durch einen neuen ersetzt werden. Als Naturprodukt bleibt ein Parkett über seinen gesamten Lebenszyklus in Bewegung. Ist im Winter die Luftfeuchtigkeit tief, trocknet das Holz aus und schwindet. Im Sommer kann die Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen, wodurch der Boden quillt. Durch diese natürlichen Prozesse können sich im Jahresverlauf kleine Fugen bilden, gegen die allenfalls ein Luftbefeuchter Abhilfe schaffen kann.

«Man sollte sich vor dem Kauf gut überlegen, welche Oberflächen­beschichtung man wählt», rät Mark Teutsch, Geschäftsleiter der Interessengemeinschaft der Schweizerischen Parkett-Industrie ISP.zoom
«Man sollte sich vor dem Kauf gut überlegen, welche Oberflächen­beschichtung man wählt», rät Mark Teutsch, Geschäftsleiter der Interessengemeinschaft der Schweizerischen Parkett-Industrie ISP.

Nachhaltigkeit im Auge behalten
Sowohl bei der Herstellung als auch bei der Verlegung haben ökologische Kriterien an Bedeutung gewonnen. Beim Parkettkauf empfiehlt es sich, darauf zu achten, dass das Produkt über ein Label verfügt, welches seine Herkunft aus nachhaltiger Holzwirtschaft sicherstellt. Weiter empfiehlt der Experte den Bezug in der Schweiz, da bei Importen aus dem Ausland teilweise nur eingeschränkte Garantieleistungen vorhanden sind. Dies kann bei allfälligen Materialschäden nicht unerhebliche finanzielle Konsequenzen haben. Preislich gibt es ebenfalls Unterschiede. Günstiges Parkett ist bereits ab 70 Franken pro Quadratmeter erhältlich, inklusive Verlegung. Grössere Formate gibt es ab etwa 150 bis 200 Franken. Holz ist ein Naturprodukt, das sich seit Jahrhunderten grosser Beliebtheit im Innenausbau erfreut. Kein Wunder, denn wer den herb-süssen Duft des Holzes kennt, der kann sich seinem Zauber kaum entziehen.

Weitere Informationen unter:
www.parkett-verband.ch

 

Text: Sandra Aeberhard, Bildredaktion: Kirsten Höttermann
aus: Häuser modernisieren, Heft Nr. 4/2017

Bezugsquellen:

Bauwerk Parkett AG
9430 St. Margrethen
Tel. 071 747 74 74
www.bauwerk-parkett.com

Belcolor AG Flooring
9015 St. Gallen
Tel. 071 313 21 21
www.belcolor.ch

Dinesen
6630 Rødding
Dänemark
Tel. +45 7455 21 40
www.dinesen.com

Hans Hassler AG
6300 Zug
Tel. 041 748 00 48
www.hassler.ch

Meister Werke Schulte GmbH
59602 Rüthen-Meiste
Deutschland
Tel. +49 2952 8160
www.meister.com

Stia Schweiz AG
9444 Diepoldsau
Tel. 071 737 70 90
www.stia.ch

 
 
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