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LED wird unverzichtbar

Die Beleuchtung beansprucht rund einen Siebtel des Privatstromverbrauchs. Bauherrschaften bevorzugen daher energieeffiziente Leuchtquellen. Die LEDs laufen den Sparlampen und den Halogenleuchten bereits den Rang ab.

Die weltweit erste komplette Leuchtenfamilie mit OLED-Technologie kommt aus der Schweiz. «Oviso», Ribag.
Die weltweit erste komplette Leuchtenfamilie mit OLED-Technologie kommt aus der Schweiz. «Oviso», Ribag.
Lichttechnik im Spiegelschrank für schattenfreies, blendfreies Licht und eine gute Raumausleuchtung. «Pali Line LED», W. Schneider + Co AG.
Lichttechnik im Spiegelschrank für schattenfreies, blendfreies Licht und eine gute Raumausleuchtung. «Pali Line LED», W. Schneider + Co AG.
Aussen retro, innen LED: Die Leuchtenfamilie «Sempé w103» umfasst ein buntes Sortiment aus Hänge- und Tischleuchten. Wästberg.
Aussen retro, innen LED: Die Leuchtenfamilie «Sempé w103» umfasst ein buntes Sortiment aus Hänge- und Tischleuchten. Wästberg.
Höhenverstellbare extra starke Pendelleuchte für blendfreies Licht am Arbeitsplatz. «Slice Suspension», Serien.lightning.
Höhenverstellbare extra starke Pendelleuchte für blendfreies Licht am Arbeitsplatz. «Slice Suspension», Serien.lightning.
Lichtdurchlässiger LED-Teppich, zur Unterstützung von Leitsystemen in Gebäuden. Philips/Desso.
Lichtdurchlässiger LED-Teppich, zur Unterstützung von Leitsystemen in Gebäuden. Philips/Desso.
 
 
Die weltweit erste komplette Leuchtenfamilie mit OLED-Technologie kommt aus der Schweiz. «Oviso», Ribag.
Die weltweit erste komplette Leuchtenfamilie mit OLED-Technologie kommt aus der Schweiz. «Oviso», Ribag.
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Lichttechnik im Spiegelschrank für schattenfreies, blendfreies Licht und eine gute Raumausleuchtung. «Pali Line LED», W. Schneider + Co AG.
Lichttechnik im Spiegelschrank für schattenfreies, blendfreies Licht und eine gute Raumausleuchtung. «Pali Line LED», W. Schneider + Co AG.
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Aussen retro, innen LED: Die Leuchtenfamilie «Sempé w103» umfasst ein buntes Sortiment aus Hänge- und Tischleuchten. Wästberg.
Aussen retro, innen LED: Die Leuchtenfamilie «Sempé w103» umfasst ein buntes Sortiment aus Hänge- und Tischleuchten. Wästberg.
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Höhenverstellbare extra starke Pendelleuchte für blendfreies Licht am Arbeitsplatz. «Slice Suspension», Serien.lightning.
Höhenverstellbare extra starke Pendelleuchte für blendfreies Licht am Arbeitsplatz. «Slice Suspension», Serien.lightning.
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Lichtdurchlässiger LED-Teppich, zur Unterstützung von Leitsystemen in Gebäuden. Philips/Desso.
Lichtdurchlässiger LED-Teppich, zur Unterstützung von Leitsystemen in Gebäuden. Philips/Desso.
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«Alle wollen LED», sagt Helen Hugentobler, Inhaberin des Büros Lichtkonzepte, welches die Beleuchtung für private und kommerzielle Bauherrschaften plant. Dabei freut sie, dass sich die Wünsche fast ausnahmslos erfüllen lassen. Zur orientierenden Grundausleuchtung in Innenräumen, im Treppenhaus und Flur lassen sich die neuartigen Diodenleuchten ebenso passend verwenden wie für gerichtete Lichtinseln in der Wohnlounge. «Die filigranen LED-Leuchten erlauben fast überall eine höhere Gestaltungsvielfalt», ergänzt die Lichtplanerin. Das Spektrum der Anwendungsmöglichkeiten im Wohnbereich ist gross; mithilfe von speziellen LED-Modulen oder in die Wand eingebauten Lichtbändern werden gemütliche Stimmungen erzeugt sowie Lichtakzente gesetzt. Und auch für Küche und Bad liefert der jüngste und effizienteste aller Beleuchtungskörper das erforderliche Licht. Die neuartigen, kleinen Leuchten werden idealerweise in Wände, Decken aber auch in Böden oder sogar Möbel eingebaut. «Die junge Beleuchtungstechnologie hat viele Vorteile zu bieten; ohne LED-Leuchten geht es bei neuen Gebäuden fast nicht mehr», so Hugentobler. Die LED-Technologie setzt rund 16 Jahre nach der Premiere tatsächlich zur Eroberung des Lichtmarkts an: Sie erzeugen die bislang gewohnte warmweisse Lichtfarbe und helfen viel Energie einzusparen. Gemäss Lichtexperte Stefan Gasser verbrauchen LED-Leuchten fünf- bis zehnmal weniger Strom als eine Glühbirne. «Die LED-Technologie ist heute fast so weit, dass sie uneingeschränkt für die künstliche Beleuchtung in jeglichen Gebäuden eingesetzt werden kann», ist auch Gasser überzeugt. Auf dem von ihm mit betreuten Konsumportal «topten.ch» sind die jeweils energieeffizientesten LED-Typen detailliert aufgeführt. Laufend kommen neue und bessere Leuchten und Lampen dazu. Zwei Jahre nach dem Verkaufsverbot werden Glühbirnen jedenfalls kaum mehr vermisst. Ausserdem haben Leuchtdioden die Leuchtkraft und Sparsamkeit von Leuchtstoff- und Halogenspots überholt.

Die Preise sinken
In Aussicht gestellt werden weiter sinkende Preise; die Anschaffungskosten haben sich für eine LED-Birne in wenigen Jahren halbiert. Albert Studerus, Geschäftsführer der Schweizerischen Lichtgesellschaft (SLG) gibt an, dass «für viele Angebote bereits weniger als 20 Franken zu bezahlen sind.» Stefan Gasser, Inhaber von eLight,  bestätigt die erfreuliche Entwicklung: «In zwei Jahren werden die meisten LED-Ersatzleuchtmittel weniger als 20 Franken kosten», lautet seine optimistische Prognose. Bislang kosten LED-Lampen doppelt so viel wie eine Sparlampe und vier- bis sechsmal mehr als Halogenlampen. Vor allem aber ist zwischen Profimarkt und Privatkundenbereich zu unterscheiden. Die Warenauslage im Supermarkt hat mit Profibeleuchtung nämlich oft wenig zu tun: «Zum einen ist die Herkunft der Massenware oft unklar und zum anderen die Qualität der Produkte kaum abschätzbar», warnt Gasser.

Die Beleuchtung im Nicht-Wohnungsbau liegt meistens in den Händen professioneller Lichtplaner, welche hochwertige Leuchtmittel über den Fachhandel beziehen. Auch im Privatbereich nimmt die Nachfrage nach Beleuchtungsprofis zu, unabhängig davon, ob die Beleuchtung nur funktional oder auch dekorativ eingesetzt werden soll: «Auf jeden Fall ist man gut beraten, LED-Leuchten mit Zusatzfunktion nicht einfach im do-it-yourself-Verfahren einzusetzen», bestätigt Helen Hugentobler, Inhaberin des Büros Lichtkonzepte. Denn Platzierung, Anordnung und Integration von Leuchtdioden erfordern eine frühzeitige und sorgfältig koordinierte Planung. Zudem wird sich die Lichtsteuerung auch im Wohnumfeld durchsetzen. Die Verkabelung sowie das Einrichten der möglichen Zusatzfunktionen wie Dimmen, Farbspiele und Steuerung verursachen nachträglich dagegen hohe Kosten.

Einfacher Austausch
Selbst bei optimaler Planung und professioneller Betreuung: Leuchtdioden lassen sich aktuell noch nicht für alle bisher bekannten Anwendungsbereiche verwenden. LED-Lampen eignen sich zwar für den Universalersatz im Leistungsbereich bis 75 Watt. Zum einen fehlen jedoch leistungsstarke LED-Lampen zwischen 100 und 300 Watt für den Wohnbereich mit hoher Lichtbrillanz, um beispielsweise Halogenlampen in Stehleuchten sowie Halogenstrahler in Küche und Bad zu ersetzen. Zum anderen seien, so Hugentobler, Klarsicht-Lampen zum Dimmen, etwa für Kronleuchter weiterhin nur mit herkömmlichen Leuchtmitteln verfügbar. Hersteller bieten ihrerseits integrale LED-Leuchtmodule an, um so den Austausch einzelner Lampen zu ermöglichen.

Ansonsten ist ein Austausch bestehender Lampen vielfach problemlos möglich: Bisher bekannte Formen und Sockel-Formate setzen sich auch im LED-Sortiment durch. Birnen und Kerzen sind ebenso wie bei Halogen- und Kompaktleuchtstoff-Lampen anzutreffen. Und die Einheitsfassungen E 27 und E 14 sollen garantieren, dass ein 1:1-Retrofit jeweils beliebig erfolgen kann. Gemäss Stefan Gasser zeichne sich ab, dass die LED-Technik in einigen Jahren der Normalstandard für die künstliche Beleuchtung wird.

Mit Farbfunktionen
Allerdings setzt der Technologiewandel deutlich mehr Fachwissen bei den Anwendern voraus: War früher einzig die Watt-Leistungszahl bei einer Lampe relevant, werden Leuchtdioden mit anderen Grössen gemessen. Die Qualität einer LED-Lampe wird daher durch die Energieeffizienzklasse, den Lichtstrom, die Lichtfarbe und die Farbwiedergabe bestimmt. Letztere wird mit dem Index Ra respektive CRI angegeben, wie alle übrigen Werte auf der Verpackung oder einem Online-Datenblatt. Die deutsche Stiftung Warentest empfiehlt für Produkte im Wohnbereich eine Farbwiedergabe von über 90 Ra. Die besten Produkte erreichen einen Lichtstrom von über 100 Lumen/Watt. Und bei der Farbtemperatur entspricht Warmweiss etwa 2700 Kelvin, was der bekannten Lichtfarbe von Glühlampen am nächsten kommt. Bis 5500 Kelvin spricht man von Neutralweiss, was sich beispielsweise für die Badbeleuchtung eignen kann. Darüber wird eine tageslichtweisse, bläuliche Farbe erzeugt, die eher für den Arbeitsbereich zu bevorzugen ist. Gemäss Topten-Portal sind die Leuchtdioden umso energieeffizienter, je kälter die Farbtemperatur ist. Beispielsweise besitzen tageslichtweisse LED-Leuchten eine rund 25 Prozent bessere Lichtausbeute als warmweisse Varianten. LED-Chips erlauben zudem ein neuartiges Lichtspiel mit beliebigen Farb- und Weisstönen, wobei diese Funktion ebenfalls nur mit Abstrichen an der Energieeffizienz möglich ist.

Die Dauerhaftigkeit der neusten Beleuchtungstechnik lässt sich allerdings in den laufenden Langzeittests bestätigen: Leuchtzeiten von über 20 000 Stunden sind die Regel, was einem Alltagseinsatz von über zehn Jahren entspricht. Nach Ablauf der Lebensdauer bleibt die Diode aber nicht einfach dunkel; ihre Leuchtkraft schrumpft auf 70 Prozent.

Halogenlampen mit gutem Licht
Der LED-Boom wird mittelfristig sowohl die Glühbirne als auch die Energiesparlampe vom Markt verdrängen. Bis zum Jahr 2020 soll der LED-Anteil in der Beleuchtung auf 88 bis 90 Prozent steigen, prognostiziert das deutsche Fraunhofer-Institut für Angewandte Festkörperphysik (IAF). Parallel dazu ist jedoch ein Run auf Halogenstrahler zu verzeichnen. Letztere geniessen aufgrund des perfekten Lichts, der abgerundeten Farbwiedergabe und der geringen Störungsanfälligkeit einen guten Ruf. Allerdings verbrauchen Halogenlampen im Vergleich zur Glühbirne nur 20 Prozent weniger Strom, weshalb sie höchstens Energieeffizienzklasse B erreichen. A-Energiesparlampen wären dagegen viermal sparsamer; sie sind jedoch «bei den Endkunden als Glühbirnen-Hauptersatz durchgefallen», so SLG-Geschäftsführer Studerus: Die einen stört der Quecksilbergehalt; andere monieren verzögerte Einschaltzeiten, mangelhaftes Lichtspektrum oder dass sie nicht dimmbar sind.

Und bereits steht der nächste Technologiesprung bevor: auf Kohlenstoff basierende, organische Leuchtdioden OLEDs, welche als flächige, nicht blendende Lichtquellen verwendbar sind. Die ersten Leuchten der kombinierten LED-OLED-Generation gibt es bereits. Doch es bleibt abzuwarten, wie der technische Fortschritt weitergehen wird.


Text: Von Paul Knüsel, Faktor Journalisten
aus: Das effiziente Haus, Ausgabe 2014

 
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