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Energetisch sanieren: tut Portmonaie und Umwelt gut

Trotz Subventionen durch das staatliche Gebäudeprogramm wird in der Schweiz nur jede hundertste Immobilie energetisch saniert. Der Umstieg von Erdöl und Erdgas auf erneuerbare Energien soll jetzt mit zusätzlichen Massnahmen vorangetrieben werden. Das schont Budget und Umwelt.

Infografik Haussanierung Raiffeisenbankzoom

Warum sich eine energetische Sanierung lohnt

• Sie profitieren von Fördergeldern

• Sie können die Investitionen bei den Einkommenssteuern abziehen

• Sie sichern den Wert der Liegenschaft

• Sie senken die Nebenkosten (Heizung, Strom)

• Sie leisten einen Beitrag zum Klima- und Umweltschutz

• Sie profitieren von einer Verbesserung des Wohnklimas 


 

Die Energiewende stellt für Politik, Wirtschaft und Gesellschaft eine enorme Herausforderung dar. Die Notwendigkeit des Ausstiegs aus fossilen Energieträgern und aus der Kernenergie ist unbestritten. Doch beim Übergang zu nachhaltigen Energieträgern harzt es an allen Ecken und Enden. «Ohne engagierte Kantone kann die Energiewende nicht gelingen», resümierte der WWF Schweiz Ende 2014 die Ergebnisse eines selbst in Auftrag gegebenen Ratings der kantonalen Energiepolitik. Die Umweltschutzorganisation stellt ernüchtert fest: Zu viele Kantone haben ihre Hausaufgaben nicht gemacht. Ihre Politik ist (noch) nicht auf zukünftige Generationen ausgerichtet.

Die Missstände drücken sich vor allem im Immobiliensektor aus, der mit einem Anteil von 50 Prozent für fast die Hälfte des gesamten Energieverbrauchs in der Schweiz verantwortlich zeichnet. Es herrscht akuter Sanierungsstau. Weit über die Hälfte der Immobilien im Land sind älter als 40 Jahre. Deshalb verwundert es nicht, dass rund 1,5 Millionen Häuser in der Schweiz energetisch dringend sanierungsbedürftig sind. Die Sanierungsquote hingegen ist kritisch tief: Sie liegt auf der Basis von Baubewilligungen bei nur rund einem Prozent jährlich. 100 Jahre würde es damit dauern, bis in der Schweiz alle Gebäude einen langfristig nachhaltigen Standard erreicht hätten. Diese Zeit zum Warten haben wir und unsere Nachfahren aber nicht.

Energievorschriften verschärft
Um den gegenwärtigen Sanierungsstau im Schweizer «Immobilienpark» zu lösen, sind laut Experten Investitionen von rund 50 Milliarden Franken notwendig. Gleichzeitig schreibt die «Energiestrategie 2050» des Bundesrates vor, dass bis ins Jahr 2035 der Schweizer Energiebedarf um 43 Prozent und der Strombedarf um 13 Prozent gesenkt werden müssen. Den Stau sollen Fördermassnahmen und Subventionen lösen, die der Bund Hausbesitzern seit Jahren im Rahmen des Gebäudeprogramms in Aussicht stellt. Im Rahmen der 2011 beschlossenen Energiestrategie 2050 wurde das Gebäudeprogramm nochmals mit zusätzlichen finanziellen Anreizen verstärkt. Überdies sollen ab 2020 die Subventionen durch Lenkungsabgaben ersetzt werden.

Damit der absehbare Umstieg von fossilen auf erneuerbare Energien tatsächlich gelingt, müssen auch die Kantone mitziehen. Ein Anfang ist inzwischen gemacht. Im Januar 2015 hat die Konferenz der kantonalen Energiedirektoren (EnDK) eine Revision der Mustervorschriften der Kantone im Energiebereich (MuKEn 2014) deutlich angenommen und damit die harmonisierten Energievorschriften der Kantone verschärft. Es geht also doch etwas in Sachen Energiewende. Attraktive finanzielle Anreize und sanierungsfreundliche kantonale Gebäudestandards sind zwei Argumente, mit denen die Umsetzung der ambitionierten Energiestrategie 2050 angestrebt wird. Sie nützen indes nur wenig, wenn die Hausbesitzer zu wenig davon Gebrauch machen. Genau dies ist allerdings der Fall. Gemäss der aktuellen Umfrage «5. Kundenbarometer Erneuerbare Energien», den die Universität St. Gallen (HSG) und Raiffeisen herausgegeben haben, planen bloss 17 Prozent der Schweizer Hausbesitzer eine Sanierungsinvestition binnen der nächsten 24 Monate.

Neue Ansätze in der Beratung
Bestätigt werden die Resultate der Studie von den Erfahrungen, welche die Kredit gebenden Banken immer wieder machen. Oft stehen Investitionen in offensichtliche Schwachpunkte der Liegenschaft wie Küche, Bad, Böden etc. an erster Stelle. Sollte dann noch Kapital zur Verfügung stehen, wird allenfalls noch in energetische Massnahmen wie Dämmung investiert. Die Realität beim Sanieren ist die: Beträge von 10 000 bis maximal 20 000 Franken für beispielsweise eine Erneuerung der Heizung sind bei den meisten Kunden kurz- bis mittelfristig liquid verfügbar. Eine umfassende energetische Sanierung, die in der Regel die Gebäudehülle mit einschliesst, kostet aber schnell 50 000, wenn nicht sogar 150 000 Franken. Sobald Hauseigentümer für die Sanierung einen Kredit aufnehmen müssen, stellen sich unweigerlich Fragen zur finanziellen Verträglichkeit, zu steuerlichen Aspekten oder zur Amortisationsdauer. Das schreckt offenbar viele ab.

Wertsteigerung durch Sanierung
Eine energetische Sanierung kostet zwar, bringt handkehrum aber viele Vorteile mit sich. Professionell durchgeführt steigert sie den Wert der Immobilie nachhaltig. Zudem profitieren die Eigentümer von meist wesentlichen Komfortsteigerungen (z.B. angenehmeres Raumklima) und geringeren Nebenkosten, die sich in der Tragbarkeitsberechnung der Bank positiv auswirken. Nicht zu vergessen, dass die Kosten für eine energetische Sanierung von den Einkommenssteuern abgezogen werden können, wobei der Abzug mit einer geschickten Aufteilung der Ausgaben auf mehrere Steuerperioden maximiert werden kann. Zusätzlich stellen Kanton und Gemeinde massgebliche staatliche Fördergelder zur Verfügung, welche die finanzielle Belastung zusätzlich reduzieren.

Hauseigentümer müssen sich bewusst werden, dass Immobilien Anlagen darstellen, die es auch energetisch zu unterhalten gilt. Mit guten Gründen: Der Wert der Liegenschaft kann langfristig erhalten oder im optimalen Fall sogar gesteigert werden. Eine durchdachte Sanierung ist somit sehr gut investiertes Geld. Sie bringt neben dem finanziellen Eigennutzen auch eine ökologische Rendite im Rahmen der Energiewende. Hausbesitzer können sich schon vor einem Beratungsgespräch einen Überblick verschaffen und ihr Haus vorab virtuell sanieren. Möglich macht dies das Analysetool eVALO (raiffeisen.ch/evalo).

Die Onlineanalyse führt auf spielerische und verständliche Weise in die komplexe Thematik einer Gebäudesanierung ein. Sie berechnet die Kosten für das Renovieren eines Hauses und erstellt einen Bericht mit konkreten Sanierungsmassnahmen (samt Berechnung der Kosten) und den zu erwartenden Fördergeldern.

Kooperation zwischen Raiffeisen und GEAK
Um ihre Position als führende Schweizer Hypothekarbank im Bereich nachhaltiges Bauen und Sanieren sichtbar zu untermauern, ist Raiffeisen zu Beginn dieses Jahres eine exklusive Kooperation mit dem Gebäudeenergieausweis der Kantone (GEAK) eingegangen. Das Zertifikat zeigt den Energiebedarf eines Wohngebäudes auf und gibt Hinweise für Verbesserungsmassnahmen. Im Idealfall stellt der GEAK-Bericht die Grundlage für eine langfristige Erneuerungsstrategie dar.

Bei Fragen zur finanziellen Machbarkeit von energetischen Sanierungsvarianten kommt dann der Bankberater ins Spiel. Diese Kombination von Energie- und Finanzberatung macht sich bezahlt. Denn Immobilienbesitzer erhalten eine fachmännische Beratung, um eine längst angedachte energetische Sanierung mit der für sie optimalen Wirtschaftlichkeit durchzuführen. Und mit einem Marktanteil von rund 17 Prozent im Hypothekarmarkt kann Raiffeisen mithilfe von energetischen Finanzberatungen eine grosse Hebelwirkung erzielen. Dazu braucht es allerdings die Bereitschaft von Immobilienbesitzern, die sich des energetischen Zustands ihrer Liegenschaft bewusst werden wollen.


Text: Robert Wildi
aus: haus-und-wohnen.ch, Printausgabe 2016

 
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