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Chuchichäschtli 2.0

Sandra Weber Blättler und Beni Weber führen in dritter Generation die Firma Peka im luzernischen Mosen. Das Familienunternehmen rüstet das Innenleben von Küchenschränken mit intelligenten Systemen aus.

Sandra Weber Blättler und Beni Blättler führen die Firma Peka gemeinsam, haben aber eine klare Aufgabenteilung.
Sandra Weber Blättler und Beni Blättler führen die Firma Peka gemeinsam, haben aber eine klare Aufgabenteilung.
 
«Die Kunst besteht darin, für alltägliche Probleme eine schlaue Lösung zu finden.»
«Die Kunst besteht darin, für alltägliche Probleme eine schlaue Lösung zu finden.»

Beni Weber und Sandra Weber Blättler sind Geschwister. Anders als andere Brüder und Schwestern verstehen sie sich ausgezeichnet – und dies nicht nur in der Freizeit, sondern auch im Geschäft. Das muss auch so sein, denn die beiden führen seit Januar 2015 die Geschicke der Firma, die einst ihr Grossvater gegründet hatte. 1964 war das, zu einer Zeit, als die beiden Geschwister noch gar nicht auf der Welt waren. Doch ihr Vater Peter Weber war bereits als junger Mann ins Geschäft des Grossvaters eingestiegen. Mit in die Firma brachte er seine Frau Marlis, die wie ihr Mann tatkräftig mithalf, so dass die beiden hin und wieder auch am Wochenende arbeiteten. Die Kinder Beni und Sandra nahmen sie ganz selbstverständlich mit ins Geschäft. So kam es, dass die zwei mitunter in einem Laufgitter aus Holzpaletten spielten, während die Eltern ihrer Arbeit nachgingen. «Wir sind mit diesem Unternehmen aufgewachsen», erzählt Beni Weber, der als CEO der Firma für Produktion und Technik zuständig ist. Seine Schwester Sandra Weber Blättler ist als stellvertretende Geschäftsführerin für Verwaltung und Kommunikation verantwortlich.

Freude am Tüfteln
Die Firma mit Sitz in Mosen am Hallwilersee im Kanton Luzern beschäftigt sich damit, die Innenausstattung von Schränken zu verbessern. Das Unternehmen stellt unter anderem Auszugsschränke und Abfalltrennsysteme für die Küche her, produziert aber auch verstellbare Tablare für Schuh- oder Kleiderschränke. Nun könnte man meinen, all das sei eine trockene Materie. Wer sich aber mit den Geschwistern unterhält, wird eines Besseren belehrt: Die beiden sprühen vor Begeisterung für die Möglichkeiten, die das Innenleben von Schränken aller Art bietet. «Die Suche nach cleveren, coolen Lösungen macht wirklich Spass», sagen die beiden, während sie im Sitzungszimmer allerlei Schubladen und Schränke vorführen.

Auf Knopfdruck fahren bei einem Küchenschrank fast lautlos die Regale aus, die von drei Seiten befüllbar sind. So ist garantiert, dass auch der Vorrat zuhinterst nicht in Vergessenheit gerät und verschimmelt. Ein neues Abfalltrennsystem von Peka ist soeben auf den Markt gekommen. «Schätzen Sie einmal, wie oft man täglich den Schrank mit dem Abfalleimer öffnet», fordert Sandra Weber Blättler die Besucher mit einer Frage heraus. Deren Antwort liegt weit daneben; im Schnitt sind es 30- bis 35-mal. Dass man sich da nicht ständig ärgern möchte, weil das System unpraktisch ist, liegt auf der Hand. Darum hat die Entwicklungsabteilung von Peka die Neuheit kreiert: Mit wenigen Handgriffen lässt sich dank einer flexiblen Federung ein frischer Kehrichtsack einspannen. Und den speziellen Eimer für den Grünabfall kann man leeren, ohne dass einem eine unappetitliche Flüssigkeit über die Hände läuft.

Geschäfte mit aller Welt
Ohne Innovationen geht in dieser Branche gar nichts. «Unsere Arbeit ist extrem kreativ», sagen die beiden. Ideen für Neues entstehen häufig in Workshops oder Studien, die sich mit den «Pain Points» befassen. «Pain Ponts» sind jene Punkte, die bei alltäglichen Verrichtungen jeden nerven. Das kann die Lawine aus Besen, Staubfänger und Bügelbrett sein, die einen jedes Mal zu erschlagen droht, wenn man den Putzschrank öffnet. Oder es sind die Drahtkörbe im Küchenschrank, durch deren Öffnungen stets sämtliche kleineren Gegenstände zu Boden fallen. Diese «Pain Points» gilt es auszumerzen. «Wir versuchen, uns in die Anwender hinein zu versetzen», sagt Sandra Weber Blättler. «Die Kunst besteht darin, für alltägliche Probleme eine schlaue Lösung zu finden.» In Workshops werden manchmal aus Leim und Karton Prototypen hergestellt. «Wir haben immer unzählige Ideen. Nur lässt sich leider nicht ganz alles, was mit Karton funktioniert, auch mit Blech realisieren.»

Beni Weber und seine Schwester Sandra beschäftigen am Firmen­sitz in Mosen rund 130 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Das Unternehmen arbeitet hauptsächlich im sogenannten B-to-B- oder Business-to-Business-Bereich. Das heisst, dass kaum Direktverkauf an Kunden stattfindet; der Vertrieb läuft über Partner wie Beschlägehändler, Küchenbauer oder Schreiner. Ungefähr drei Viertel der Produktion geht ins Ausland, wobei zu den Exportländern neben Europa auch Lateinamerika, die USA, Kanada oder Asien gehören. «Die Bedürfnisse sind nicht in allen Ländern dieselben», sagt Beni Weber. «Aber die optimale Nutzung von Stauraum ist überall ein Thema.» Und auch der Stellenwert der Küche ist auf der ganzen Welt hoch; die Küche ist mehr als eine Kochwerkstatt. «Die Küche ist zum Treffpunkt und Lebensraum geworden. Unsere Produkte verleihen einer Küche einen echten Mehrwert», sagt er weiter. Oder mit anderen Worten: «Unsere Technik macht ein dummes Möbel intelligent.»

«Unsere Arbeit ist extrem kreativ.»
«Unsere Arbeit ist extrem kreativ.»

Starke Familienbande
Die Geschwister sind die dritte Generation, die das Unternehmen führt. Der Weg dahin war jedoch nicht vorgezeichnet, erklären die beiden. Sandra Weber Blätter hat nach der Wirtschaftsmatura und dem Handelsdiplom eine Ausbildung im Mode- und Textilbereich absolviert. Beni Weber wurde wie sein Vater Maschineningenieur. «Wir sind beide da hineingerutscht», sagen sie. «Es hat sich einfach so ergeben.» Dass der Vater, Peter Weber, nicht unglücklich ist über diese Entwicklung, versteht sich von selbst. Er hat sich aus der Führungsetage zwar zurückgezogen, betreut aber im Verkauf noch einige Exportkunden. Mutter Marlis Weber leistet derweil einen wertvollen Beitrag zum Gelingen, indem sie die Enkel hütet. Sowohl die 41-jährige Sandra als auch ihr 39-jähriger Bruder Beni Weber sind verheiratet und haben je eine eigene Familie gegründet. Beide sind überzeugt davon, dass ihnen die Arbeit nicht ausgehen wird. Küchen, sagen sie, hätten zwar eine relativ lange Lebensdauer. «Aber Küchenschränke kann man wie alle anderen Möbel immer noch optimieren.» Kommt dazu, dass es sich um eine Branche handelt, die sich stark am Design orientiert. Neue Trends müssen daher stets in die Produktion einfliessen, um im umkämpften Markt auf lange Sicht Erfolg zu haben.

Gute Work-Life-Balance
Dass die Firma Peka ihren Produktionsstandort in der Schweiz hat, ist für Sandra Weber Blättler und ihren Bruder Ehrensache. «Die Kunden haben Vertrauen in Produkte mit dem Schweizerkreuz», sind sie überzeugt. «Das Wichtigste ist, dass die Qualität stimmt.» Damit das Unternehmen auch preislich wettbewerbsfähig bleibe, investiere man gerade in drei moderne Produktionsanlagen, die in die grosszügigen Werkhallen in Mosen am Hallwilersee integriert werden. «Die eigene Produktion auf dem Werkplatz Schweiz ermöglicht uns viel Flexibilität und Agilität», sagen die Geschwister. «Das schätzen unsere Kunden, weil wir auf ihre Wünsche eingehen können.» Gespräche über Bestelleingänge, über die Produktion oder über Neuentwicklungen führen Beni Weber und seine Schwester Sandra übrigens ausschliesslich innerhalb der Firma. Ihre Work-Life-Balance scheint intakt zu sein. An Familienessen oder auch während gemeinsamer Ferien sind Geschäftsangelegenheiten kein Thema.


Text: Rebekka Haefeli, Fotos: Gaëtan Bally
aus: Das Einfamilienhaus, Heft Nr. 4/2016

Bezugsquelle:
Peka Metall AG
6295 Mosen
Tel. 041 919 94 00
www.peka-system.ch

 
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