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«Die Treppe wird zum Möbelstück»

Wer zeitgemäss baut, verwirklicht den offenen Grundriss. Welche Auswirkungen das auf die klassische Treppe hat, weiss Pascal Christinger, Geschäftsleiter der Columbus Treppen AG.

Inspirationen für Treppen:

 
 
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In welchen Bereichen ist die Columbus Treppenbau AG tätig?
Pascal Christinger Geschäftsleiter der Columbus: Neben Terrassen- und Flachdachausstiegen, Holzklapp- oder Holzschiebetreppen gehören Geschosstreppen in all ihren Formen zu unserer Kernkompetenz. Meist arbeiten wir in Einfamilienhäusern. In Mehrfamilienhäusern bestehen die Treppen häufig aus Beton. Hier sind wir höchstens in Attikawohnungen gefragt. In Zeiten, in denen Bauland immer knapper wird, wird viel Wohnraum verdichtet. Wir bauen dann die Treppe ins neu ausgebaute Dachgeschoss oder ersetzen vorhandene Treppen komplett. Hier sind die Herausforderungen am grössten. Es fehlt meist an Platz und während des Baus kommt es nicht selten zu Überraschungen, vor allem im Bereich der Baustatik.

Wie gehen Sie vor, wenn jemand eine Treppe von Columbus bestellt?
Pascal Christinger: Wir messen und beraten vor Ort, um Ungenauigkeiten auszuschliessen. Auch beim Neubau. Jede Treppe entsteht individuell auf Mass. Dies geschieht zu 100 Prozent in der Schweiz, seit 1972 am Firmensitz in Oberbüren. Unsere Firmengeschichte begann bereits in den 1950er Jahren mit dem Patent von Scherentreppen fürs Dachgeschoss.

Wie hat sich der Treppenbau in den letzten Jahren verändert?
Pascal Christinger: Die Treppe wird zum Möbelstück. Es geht nicht mehr rein um ihre Funktionalität, also darum, von einem Geschoss ins nächste zu gelangen. Vielmehr geht es um Ästhetik. Vor ein paar Jahrzehnten sah das im Einfamilienhaus noch folgendermassen aus. Es gab in sich geschlossene Bereiche, in denen die Familie kochte, ass oder fernsah. Auch das klassische Treppenhaus war in sich geschlossen. Es führte vom Eingangsbereich in den Keller oder ins Obergeschoss und war vom Wohnraum aus nicht einzusehen. Aus welchem Material die Treppe bestand und wie sie genau aussah, war dabei weniger wichtig. Heute hingegen spielt neben dem Budget das Aussehen einer Treppe die entscheidende Rolle. Der Grundriss eines modernen Hauses hat sich verändert. Er ist offener. Küche, Ess- und Wohnraum verschmelzen. In diesen grosszügigen Mehrzweckbereich muss eine Treppe integriert werden, die optisch passt. Da achten die Bauherren verstärkt auf Ästhetik.

Welche Materialien sind im Moment besonders gefragt und welche Bauart?
Pascal Christinger: Heute sollen Treppen möglichst leicht aussehen. Die beliebteste Bauart ist Moment die freikragende Treppe. Ihre Stufen werden von der Wand getragen und ihr scheinen sie auch zu entwachsen. Sie sind aus Eiche oder einem dunklen Holz und werden im Idealfall einseitig mit einer Glaswand als Absturzsicherung kombiniert. Ebenfalls gefragt ist die Faltwerktreppe. Sie ist eine leichte, schlichte Treppe, die sich im Gegensatz zur freikragenden Treppe selbst trägt. Auch hier tendieren Bauherren und Architekten zu Holzstufen. Im Grunde richten sich die Materialien nach den Trends der Möbelbranche. Was auf dem italienischen Möbelmessen aktuell ist, findet sich zuerst in den Bodenbelägen wieder, später in den Treppen. Im offenen Grundriss fügt sich dann alles zusammen.

Was sollte man vor der Wahl einer Treppe bedenken? Worauf kommt es an?
Pascal Christinger: Das kommt ganz auf das Haus und die baulichen Voraussetzungen an. Beim Neubau kann ich allen nur eines empfehlen, genug Platz einzuplanen. Eine gut begehbare Treppe entspricht einem Schrittmass von mindestens 63 Zentimetern, ein Mittel der Schrittlänge eines normalgrossen Mitteleuropäers. Sie ist nicht zu steil und ihre Stufen haben eine gewisse Breite. Wir weisen die Bauherrschaft auf die aktuellen Bauvorschriften hin und empfehlen, diese einzuhalten. Dann gibt es keine Probleme bei der Bauabnahme und man muss später weniger nachrüsten. Ein Handlauf beispielsweise ist für mich von Beginn an ein absolutes Muss. Nicht nur, wenn es Kinder im Haus gibt. Im Alter fühlen sich Menschen ohne Handlauf beim Treppensteigen unsicher und spätestens dann lassen sie diesen nachrüsten.

Welche Treppenform gefällt Ihnen persönlich besonders gut?
Pascal Christinger: Im Moment mag ich die freikragende Treppe mit dunklen Holzstufen und Glasgeländer. Persönlich gefallen mir gerade Treppen am besten. Sie sind auch am bequemsten zu begehen. Allerdings benötigen sie den meisten Platz. Wer einmal ein grösseres Möbelstück über eine Treppe transportieren muss, weiss die Vorzüge einer geraden Treppe zu schätzen. Mit einer Spindeltreppe wird’s da schwierig. Aber letzten Endes muss jeder die Treppe bauen, die ihm gefällt und für die er Platz hat. Schliesslich ersetzt man sie nicht alle Tage.

Pascal Christinger

Pascal Christinger ist Geschäftsleiter der Columbus Treppen AG in Oberbüren. Hier fertigt das Schweizer Familienunternehmen Geschosstreppen, Terrassen- und Flachdachausstiege, Holzklapp- oder Holzschiebetreppen für den Schweizer Markt. Rund 90 Mitarbeiter/innen sind bei Columbus in der ganzen Schweiz im Einsatz. Columbus Treppen werden CAD-gestützt geplant und auf modernsten Produktionsanlagen rationell und kostengünstig gefertigt.

 

Interview: Kirsten Höttermann
aus: Das Einfamilienhaus, Heft Nr. 3/2016

Bezugsquelle:
Columbus Treppen AG
9245 Oberbüren
Tel. 071 633 40 50
www.columbus.ch

 
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