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Pflanzenschalen und Gartenmöbel aus Handarbeit

Jeder kennt Blumengefässe und Gartenmöbel von Swisspearl by Eternit. Doch nur wenige wissen, wie viel Handarbeit in diesen Stücken steckt. Ein Besuch in der Manufaktur Payerne gibt Aufschluss und bringt die Autorin ins Schwitzen.

Während ein Arbeiter den Mantel des Topfes in die Negativform drückt, schneidet ein anderer den Boden zu.
Während ein Arbeiter den Mantel des Topfes in die Negativform drückt, schneidet ein anderer den Boden zu.
Platten aus Faserzement sind die Basis aller Swisspearl-Eternit-Produkte.
Platten aus Faserzement sind die Basis aller Swisspearl-Eternit-Produkte.
Ist die Form für das Gartengefäss zugeschnitten, wird das Faserzement in die Negativform gelegt.
Ist die Form für das Gartengefäss zugeschnitten, wird das Faserzement in die Negativform gelegt.
Die Walzen werden benötigt, um das Faserzementflies zur Grundplatte zu wickeln.
Die Walzen werden benötigt, um das Faserzementflies zur Grundplatte zu wickeln.
In der Fabrikhalle gibt es nur wenige Maschinen. Meist wird  mit den Händen gearbeitet.
In der Fabrikhalle gibt es nur wenige Maschinen. Meist wird mit den Händen gearbeitet.
Ebenfalls aus Faserzement und in Handarbeit gefertigt sind die Hocker «Trash Cube».
Ebenfalls aus Faserzement und in Handarbeit gefertigt sind die Hocker «Trash Cube».
Die fertig geformten Pflanzengefässe trocknen an der Luft.
Die fertig geformten Pflanzengefässe trocknen an der Luft.
 
 
Während ein Arbeiter den Mantel des Topfes in die Negativform drückt, schneidet ein anderer den Boden zu.
Während ein Arbeiter den Mantel des Topfes in die Negativform drückt, schneidet ein anderer den Boden zu.
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Platten aus Faserzement sind die Basis aller Swisspearl-Eternit-Produkte.
Platten aus Faserzement sind die Basis aller Swisspearl-Eternit-Produkte.
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Ist die Form für das Gartengefäss zugeschnitten, wird das Faserzement in die Negativform gelegt.
Ist die Form für das Gartengefäss zugeschnitten, wird das Faserzement in die Negativform gelegt.
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Die Walzen werden benötigt, um das Faserzementflies zur Grundplatte zu wickeln.
Die Walzen werden benötigt, um das Faserzementflies zur Grundplatte zu wickeln.
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In der Fabrikhalle gibt es nur wenige Maschinen. Meist wird  mit den Händen gearbeitet.
In der Fabrikhalle gibt es nur wenige Maschinen. Meist wird mit den Händen gearbeitet.
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Ebenfalls aus Faserzement und in Handarbeit gefertigt sind die Hocker «Trash Cube».
Ebenfalls aus Faserzement und in Handarbeit gefertigt sind die Hocker «Trash Cube».
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Die fertig geformten Pflanzengefässe trocknen an der Luft.
Die fertig geformten Pflanzengefässe trocknen an der Luft.
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Eine Schwalbe macht noch keinen Sommer. Eine schöne Terrassenbepflanzung schon. Meint zumindest meine Freundin Jutta. Sie ist Floristin und muss es wissen, ich allerdings bin mir nicht sicher, ob auch die blühfreudigste Balkonbepflanzung den Sommer bringt. Aber wenn der bestückte Gartentopf winterfest ist, kann er ja auch jetzt schon viel Freude bringen. Da kommt die Einladung von Swisspearl by Eternit, gerade richtig. «Wollten Sie nicht schon lange mal selbst Ihr eigenes Gartengefäss herstellen?», werde ich da gefragt. Ja, ich will. Und da alle Gefässe per Hand gefertigt werden, bin ich ziemlich neugierig, wie mein Gefäss am Ende aussehen wird. Schliesslich habe ich keinerlei Übung und ein organisch anmutender, weil ohne Talent geformter Topf, wird auf meiner Terrasse kein Plätzchen finden. Selbstgemacht hin oder her.

Romandie, ich komme!
Für meine Unterrichtsstunde im Handwerk reise ich in die Romandie. Es gibt zwar auch ein Werk in Niederurnen, hier werden aber nur die allseits bekannten Fassadenelemente gefertigt. In Payerne befindet sich der zweite Firmensitz der Eternit (Schweiz) AG Swisspearl. Alle Gartengefässe und spezielle Dachelemente werden hier hergestellt. Und wegen des hohen Anteils an Handarbeit kann man das Werk getrost als Manufaktur bezeichnen. Mit mir haben sich 28 weitere Gäste eingefunden, die sich für die Herstellung  der Töpfe aus Faserzement interessieren und natürlich auch ihr eigenes Exemplar fertigen und mit nach Hause nehmen wollen. «Dieses Angebot haben wir ganz neu für unsere Kunden eingeführt», erfahre ich von der Kommunikationsverantwortlichen Janine Löpfe. Das Verständnis für Handwerk und Preis sei einfach ein anderes, erklärt sie, wenn die Kunden einmal hautnah miterlebten, was es braucht, um so ein Gefäss herzustellen. Im Jahr werden hier etwa 50 000 davon hergestellt. Neben den schlichten Töpfen gibt es auch stylische Gartenmöbel von Designerhand. Wir dürfen wählen zwischen dem Sitzhocker «TrashCube», einem schlichten runden oder einem eckigen Topf in Naturgrau. Ich wähle den runden.

Wie in der Eismaschine
Bevor es ans Formen geht, lernen wir etwas über das Material Faserzement. Bis in die 1980er-Jahre wurde er mit Asbest produziert und geriet daher stark in Kritik. Heute besteht er längst nicht mehr aus dem gesundheitsschädigenden Material, sondern aus Zement, rezyklierbaren Kunststofffasern, Zellstoff, Wasser und Luft. Zuerst wird dem Zellstoff in grossen Holzzylindern ein Teil Wasser zugesetzt. Die Faseraufbereitung, wie sie in der Fachsprache heisst, sieht ein bisschen aus wie die Eiscremeherstellung in einer überdimensionalen Eismaschine, nur, dass die Masse, durch die der Rührstab stetig seine Runden dreht, nicht dicker wird. Das geschieht erst im nächsten Schritt, wenn die Kunststofffasern und der Zement hinzukommen. Zellstoff und Kunststofffaser, erklärt Marcello Trabucco, der Leiter des Marktbereichs Garten und Design, binden die Masse und geben ihr zugleich Leichtigkeit, so wird sie transportfähig. Von dem, was jetzt geschieht, sehen wir nur einen Bruchteil. Doch Trabucco erklärt es gern: Drei dicke Siebzylinder tragen je ein sehr feines Faserzementflies auf den sogenannten Transportfilz. Das so immer dicker werdende Vlies wird letztendlich – wie bei der Herstellung von Papier – von einer Formatwalze zur Grundplatte gewickelt. Diese Platte ist die Basis aller Swisspearl-Eternit-Produkte.Von hier an gehen die Platten getrennte Wege. Die Dachelemente werden mechanisch auf die entsprechende Grösse zugeschnitten und anschliessend getrocknet, während die Platten, die später zu unseren Töpfen werden, auf einer Karre landen. Ein Mitarbeiter stapelt drei oder vier direkt übereinander und fährt sie in einen speziellen Bereich. Hier hängen unterschiedliche Schablonen, die an die Schnittmuster in einer Schneiderei erinnern. Gekonnt legt er die Schablonen auf die noch feuchten Faserzementplatten und schneidet sie entsprechend zu. Wir wechseln in die nächste Halle und ein Blick über die unterschiedlichen Negativformen verrät mir, dass es für uns gleich an die Arbeit gehen wird.

Auf die Töpfe, fertig, los!
Unsere Gruppe wurde zwar im Vorfeld um Arbeitskleidung gebeten, trotzdem bekommen wir jetzt feste, rote Gummihandschuhe und eine Plastikschürze. Wohl auch, damit wir Laien wissen: Ärmel hoch, jetzt geht‘s los, unsere Mitarbeit ist gefragt! Der runde Topf besteht aus zwei fertigen Teilen, dem Mantel und dem Boden. Geschickt und schnell befreit ein Mitarbeiter mit einer Minikreissäge den Mantel an den Seiten und im unteren Bereich von seinen dicken Kanten. Das dauert nur Sekunden. Danach hilft er jedem von uns, den Mantel in eine Negativform zu bringen. Zum ersten Mal komme ich direkt mit dem Material in Berührung. Ton fühlt sich ähnlich an, nur ist der viel klebriger und schneller verformbar. Im Faserzement sieht man die Zellulose. Sie gibt ihm Halt und eine papierige Optik. Während ich die Mantelplatte mit Hilfe in die Form klopfe, spüre ich sie auch. Dieser Arbeitsgang muss sehr sorgfältig geschehen. Schliesslich soll der fertige Topf auch schön gerade und ohne Dellen oder Risse sein. Zwischendurch wird der Werkstoff immer wieder mit Wasser befeuchtet. So bleibt er beweglich. Marcello Trabucco erklärt, dass das nur etwa 40 Minuten lang funktioniert. Danach ist das Material soweit getrocknet, dass es nicht mehr ausreichend bearbeitet werden kann. Aber so lange brauche ich nicht. Natürlich nur, weil mir ein Mitarbeiter zu Seite steht. Er legt auch den Boden in die Negativform und zeigt mir, wie ich diesen mit einer Art Presslufthammer mit dem Mantel verbinden oder besser verklopfen muss. Ab und zu macht sich der Presslufthammer selbständig und ich komme ganz schön ins Schwitzen. Eines steht fest, allein hätte ich keinen Topf zustande gebracht. Zumindest keinen, der mich erfreut hätte.

Üben, üben, üben
«Verlässt uns einer der erfahrenen Mitarbeiter», erklärt Trabucco, «ist das für uns ein grosser Verlust, denn ein neuer braucht zirka zwei Jahre, bis er vollständig eingearbeitet ist.» Wenn ich mich umsehe, überrascht mich das nicht. Schliesslich gibt es hier ziemlich viele unterschiedliche Topfformen und jedes der Designmöbel hat so seine Eigenarten. Meine Mitstreiter in Sachen do it yourself haben sich mittlerweile ein paar Meter weiter versammelt. Dort gibt es einen richtigen Blockbuster zu sehen. Einer der Handwerker steigt mit geübten Bewegungen aus einem wirklich grossen Topf, bevor er diesen mit zwei Kollegen und kräftigen Hammerschlägen aus der Negativform befreit. Mein Topf wird mit einem abschliessenden Ring verdeckelt und verbleibt in seiner Form. Er muss dort einen Tag ruhen, bevor er weitere Tage bei 80 Grad im Ofen oder einfach im Freiland trocknet. Wie er sich dann auf meiner Terrasse macht, kann ich noch nicht sagen. Es wird noch eine Weile dauern, bevor er bei mir zuhause eintrifft. Vielleicht bringt seine erste Bepflanzung ja doch den Sommer.


Text: Kirsten Höttermann Fotos: Swisspearl, Eternit
aus: Häuser modernisieren, Heft Nr. 3/2015

Bezugsquelle:
Eternit (Suisse) SA
1530 Payerne
Tel. 026 662 91 11

Eternit (Schweiz) AG
8867 Niederurnen
Tel. 055 617 11 11
swisspearl.ch

 
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