Drei Jahrzehnte Feuerkultur

Die Attika Feuer zählt zu den führenden Anbietern von Cheminéeöfen und Gas-Cheminées mit hohem Designanspruch sowie feuertechnischen Innovationen. Das Unternehmen aus Cham/ZG kann auf drei Jahrzehnte glanzvolle Feuerkultur zurückblicken.

Attika Modell Q-Bic   Attika Modell Q-Bic
Die 2002 lancierten Modelle «Pilar» und «Q-Bic» wurden bisher über 20’000 Mal verkauft.
«Ende der siebziger Jahre sah ich zum ersten Mal in der Schweiz einen sogenannten Schwedenofen bei einem befreundeten Architekten. Es war ein schlichter schwarzer Stahlkasten mit Türen und glich eher einem Kleiderschrank denn einem Ofen», erklärt Erwin Hauenstein, Mitbegründer und Mitinhaber der Attika Feuer AG in Cham/ZG. Es war der legendäre «Rais 1» von Bent Falk, den der Freund aus den Ferien in Dänemark mitgebracht hatte. Hauenstein war von dem Stahlschrank hell begeistert. Sein schlichtes, funktionales Design mit der praktischen Dreiteilung in Cheminée, Ofen, Backofen erwies sich in den folgenden Jahren als Vorbild vieler Cheminéeöfen. Hauenstein strebte den Import von dänischen Kaminöfen an und gründete 1981 die AC-Chemineeofen AG.

Die Marktanalyse bei den Schweizer Cheminéebauern ergab damals ein vernichtendes Urteil. «Solche schwarzen Tonnen können wir nicht verkaufen», hiess es. Die Rechte für den Verkauf der Rais-Öfen hatte zunächst der Wohnbedarf Basel. Tatsächlich glichen diese Stahlöfen einem skandinavischen Designmöbel, dem Inbegriff gemütlicher nordischer Wohnkultur. Es stellte sich jedoch heraus, dass in der Schweiz solche Öfen aufgrund der feuertechnischen Auflagen und Installations-Vorschriften nur schwer über ein Möbelgeschäft zu verkaufen sind. 1992 übernahm die AC-Cheminéeofen AG die Schweizer Generalvertretung für Rais von Ueli Wieser, dem Chef des Wohnbedarf Basel. Schon in den achtziger Jahren hatte sich die AC-Cheminéeofen AG mit dem Import von dänischen Kaminöfen, der Entwicklung eigener Modelle sowie der Generalvertretung für die Marke Hase in diesem aufstrebenden Markt behaupten können.
Attika Modell Viva
Zu den diesjährigen Neuheiten zählt der Cheminéeofen «Viva».
Innovative Ofenjahrzehnte
In den neunziger Jahren setzte ein regelrechter Boom und Entwicklungsschub bei den Cheminéeöfen ein. Die einstigen Stahltüren wurden durch immer grössere Glastüren ersetzt. Nun konnte man auch bei geschlossenen Ofentüren den Blick aufs Feuer geniessen. Hinzu kamen neuartige Verbrennungstechniken im geschlossenen Cheminéeofen-System. Eines der ersten von der AC-Cheminéeofen AG entwickelten neuartigen Modelle war das frei stehende Cheminée «Scala». Es folgte die Entwicklung der Modelle «Opus» und «Solo» bei Rais in Dänemark sowie 1993 die Lancierung der Marke «Attika» an der Swissbau in Basel, was auch die Umbenennung in Attika Feuer AG mit sich brachte. 1995 wurde die Firma Rais in Dänemark mit 90 Mitarbeitern übernommen.

Die letzten zehn Jahre brachten weitere immense Entwicklungen mit sich. Die 2002 lancierten Modelle «Pilar» und «Q-Bic» erwiesen sich als wahre «Dauerbrenner» und wurden bisher über 20’000 Mal verkauft. Zum immer grösser werdenden Panoramafenster kamen neue Formen und Verkleidungsmaterialien sowie drehbare Modelle hinzu. «Der Trend geht zu kompakten Öfen mit grossen Fenstern und relativ kleiner Heizleistung. Heute lässt sich bereits mit ein bis zwei Holzscheiten im geschlossenen Feuerraum ein ansehnliches und wärmendes Feuer erzielen», erklärt Hauenstein.
Attika Gas Cheminée
Gas-Cheminées werden in der Schweiz immer beliebter und sind bei Attika eine Sparte mit Zukunftspotenzial. Hier das Tunnelcheminée «Fairo».
Zukunft Gas
Wem das Holzlagern und Holzauflegen ohnehin zuviel ist, der kann als Alternative auch ein Gas-Cheminée wählen. 2005 erfolgte die Markteinführung in der Schweiz. «Vor allem in urbanen Gebieten, wo ein ausgebautes Gas-Netz vorhanden ist, hat das Gas-Cheminée eine Zukunft», zeigt sich Hauenstein optimistisch. Vorerst ist das Gas-Cheminée vor allem in Hotel-Lobbys und öffentlichen Wellness-Anlagen zu finden, beeindruckt es doch durch sein breites Feuerband bei geringer Einbautiefe. Das Flammenspiel erinnert kaum noch an ein Gasfeuer mit bläulich kaltem und monoton flackerndem Licht. Wer noch mehr Holzfeuerillusion will, kann auch einen Einsatz aus keramischen «Holzscheiten» wählen, wie man sie von England, den Niederlanden und den USA kennt. «Die Schweizer dürften wohl eher die schlichte und ehrliche Lösung bevorzugen», meint Hauenstein und zündet per Fernsteuerung ein Gas-Cheminée in der Ausstellung der Attika Feuer AG an. Wie an einer Zündschur breitet sich das Feuer in die Breite aus, fast so wie beim Entzünden des olympischen Feuers. Eine Zeremonie, die man sich mit einem Gas-Cheminée ins eigene Haus holen kann.
Erwin Hauenstein,
Mitinhaber Attika Feuer AG.




Bezugsquelle:
Attika Feuer AG
Brunnmatt 16
6330 Cham
Tel. 041 784 80 80

www.attika.ch
  Erwin Hauenstein, Mitinhaber Attika Feuer AG
 
 

Text: Werner Lehmann
aus:
Raum und Wohnen, Heft Nr. 12-01/2011-2012


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