Eine intelligente Vernetzung im Einfamilienhaus macht heute eine Verteilung von Musik in allen Räumen möglich. Die Lieblingsmusik kann überall gehört werden, im Esszimmer, in der Küche oder auch im Garten. Und dies ohne störende Verdrahtung oder diverse CD-Players. Von jedem Raum kann auf die Musikdaten, die zentral gespeichert sind, zugegriffen werden. Schon ein einfaches Multiroom-System erlaubt diesen kleinen Luxus. Wer nicht nur auf Musik, sondern auch auf Licht, Heizung, Storen, Klimaanlagen, Überwachungskamera und so weiter über ein einziges Gerät zugreifen möchte, kann dies heute auch. Dank einer vernetzten, intelligenten Haussteuerung. Die gesamte Haustechnik kann zudem über ein Steuerungsgerät, einem kleinen Fernseher ähnlich, bedient werden.
Intelligentes Zusammenspiel
Intelligentes Wohnen und somit die Automation der Haustechnik setzt eine zentrale Steuerung voraus, worauf die Vernetzung im Gebäude aufbaut. Erst ein solches System ermöglicht, dass die sonst unabhängig funktionierenden Installationen und Geräte – wie Licht, Storen, Überwachung, Heizung, Küchengeräte, Ton und Bild – im Haus miteinander via Funk, Verkabelung oder Stromnetz kommunizieren können. Statt mit verschiedenen Fernsteuerungen und Schaltern oder unschönen Kabellegungen erfolgt die Steuerung aller angeschlossenen Anlagen über ein einheitliches System.
Zu bedienen sind die Steuerungselemente so einfach wie ein Lichtschalter. Per Knopfdruck können die Sonnenstoren ausgefahren oder in einem anderen Zimmer die Jalousien heruntergelassen werden. Den Möglichkeiten sind beinahe keine Grenzen gesetzt. Eine Waschmaschine, die meldet, wenn der Waschvorgang abgeschlossen ist? Ein Zentralstaubsauger, der anzeigt, wenn der Staubsack zu leeren ist? Das ist bei einer intelligenten Hausvernetzung alles möglich.
«Durch eine Hausvernetzung entsteht ein intelligentes Heimnetzwerk, das die Bewohner bei ihren täglichen Arbeiten unterstützt. Durch die Verbindung der unterschiedlichen Systeme können diese ihre Informationen austauschen und einen Mehrnutzen erzeugen. Der Bewohner kann genau bestimmen, welches seine Bedürfnisse sind und diese individuell programmieren», so fasst René Senn, Fachgruppe Intelligentes Wohnen Gebäude Netzwerk Initiative GNI, vernetztes Wohnen zusammen.
Optimierter Energieeinsatz
Vernetzung in den eigenen vier Wänden schafft aber neben einem Mehr an Komfort auch zusätzliche Sicherheit und Energieeffizienz. Allein durch die flexible Anpassung der Raumtemperatur, die zum Beispiel beim Öffnen eines Fensters die Heizung automatisch reguliert, kann der Energieverbrauch bis zu 30 Prozent reduziert werden. «In einem vernetzten Haus gibt das offene Fenster dem Heizventil den Befehl, die Heizung in diesem Raum auszuschalten. Das System weiss auch, dass bei Abwesenheit der Bewohner die Temperatur etwas abgesenkt werden kann», erklärt Christoph Morgenthaler, Highendstudio, die «Intelligenz» der Heizung.
Eine andere Möglichkeit, Energie zu sparen, findet sich bei den Haushaltgeräten. Denn nicht alle Geräte müssen immer mit Strom versorgt werden. Auch das erkennt eine individuell programmierte Steuerung.
Mehr Sicherheit
«Vernetzung garantiert zudem mehr Sicherheit», so Christoph Morgenthaler. «Eine Haussteuerung zeigt den Hausbewohnern jederzeit offene Fenster oder unverschlossene Türen an.» So reicht auch beim Verlassen des Hauses ein Knopfdruck und alle Lichter werden gelöscht, alle Türen und Fenster verriegelt. Wer zusätzliche Einbruchsicherheit sucht, vernetzt einen Panikschalter oder lässt bei längerer Abwesenheit mit einer Licht- und Jalousieprogrammierung einen bewohnten Zustand vorspielen.
Umfassende und richtige Planung
Grundlage für eine Hausautomation ist eine umfassende und richtige Planung der elektrischen Infrastruktur bereits in der Projektphase eines Einfamilienhauses. Denn nur so können alle benötigten Leitungen in Wände, Boden und Decke eingebaut werden. «Notwendig wird eine nutzungsneutrale, sternförmige Rohrinstallation von einem Sternpunkt aus, dem zentralen Wohnungsverteiler, bis in die einzelnen Zimmer und Räume», konkretisiert René Senn. In einem zweiten Schritt folgt die Vernetzung der Fenster und Türen, die Steuerung von Heizung, Licht, Jalousien und danach die Integration der Musiksysteme und allenfalls der Hausgeräte. Die dazugehörigen Bedienelementen und Sensoren werden mit einem Bussystem vernetzt, das zentral über einen Monitor gesteuert und programmiert werden kann. Dazu gibt es standardisierte Systeme. Die Geräte können dabei je nach System via Funk, Draht- oder Stromleitungen miteinander kommunizieren.
Bei einem Neubau von 600000 Franken und 30000 bis 40000 Franken für Elektroinstallationen fallen für eine Verkabelung für die Haussteuerung zusätzlich fünf bis zehn Prozent Kosten für die Elektroinstallation an. Das sind bei diesem Beispiel 3000 bis 5000 Franken für eine Investition in die Zukunft, die aber auch den Mehrwert der Immobilie steigert.
Eine Checkliste hilft, die individuellen Bedürnisse festzustellen.
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