Küchen in Bestform

Früher drehte sich sein Leben vor allem um Fussball, heute dreht es sich um Küchen: Der ehemalige internationale Top-Schiedsrichter Urs Meier ist Verwaltungsrats-präsident der Mundart Küchen AG in Wettingen. Von seinen Erfahrungen im Spitzensport kann er als Unternehmer profitieren.
Urs Meier, Ex-Schiedsrichter und Verwaltungsratspräsident der Mundart Küchen AG.

Bekannt wurde Urs Meier als Profi-Schiedsrichter, der zahlreiche Einsätze in wichtigen internationalen Fussballpartien geleistet hat, darunter an den WM 1998 in Frankreich und 2002 in Südkorea/Japan sowie an den EM 2000 in den Niederlanden/Belgien und 2004 in Portugal. 2002 wählte eine Fachjury den Schweizer zum zweitbesten Schiedsrichter der Welt. Zwei Jahre später, nach über 800 Spielen, beendete er seine Laufbahn als Schiedsrichter. Dem Fussball ist Meier bis heute verbunden: als Chef der Schweizer Spitzenschiedsrichter, als FIFA- und UEFA-Schiedsrichter-Beobachter oder in der jüngsten Vergangenheit als Fussball-Experte und Co-Kommentator beim ZDF.

1000m2 Ausstellung
Meier bewegt sich weiterhin in der internationalen Fussballszene, doch hat er sich in den letzten Jahren verstärkt als Unternehmer engagiert. Als Verwaltungsratspräsident der Mundart Küchen AG verantwortet er heute die Geschicke einer mittelgrossen Firma, die es sich zum Ziel gesetzt hat, sich mit Küchen der Extraklasse im Markt zu positionieren. Die Ausstellung am Geschäftssitz im aargauischen Wettingen erstreckt sich über eine Fläche von knapp 1000 Quadratmetern. Die Hälfte des Showrooms ist Haushaltgeräten gewidmet, vom Kühlschrank über den Steamer und die Kaffeemaschine bis zum Induktionsherd. In der anderen Hälfte der Ausstellung sind -zahlreiche Küchen zu finden, die es nirgends sonst zu sehen gibt. Darunter sind Spezialanfertigungen wie eine Lackküche, die ganz in edlem Weiss gehalten ist, oder eine Küche mit zwei massiven Sichtbetonelementen zum Kochen und Abwaschen. Beide setzen starke optische Akzente.

«Wir versuchen, dem Kunden genau die Küche zu geben, die auf ihn zugeschnitten ist», sagt Urs Meier. «Und wir ermuntern ihn auch, konsequent, radikal und mutig zu sein.» Eine Küche soll über Jahre und Jahrzehnte Freude bereiten. Dazu gehört, dass sie nicht nur gut aussieht, sondern auch in Bezug auf die Funktionalität und die Qualität der Geräte und Materialien alle Ansprüche erfüllt. Eine intensive Beratung beim Kauf sei deshalb wichtig, so der 50-Jährige, und sein Team könne diese bieten: «Meine Mitarbeiter sind Spezialisten. Sie denken an Küchen, bevor sie ins Bett gehen, und sie denken an Küchen, wenn sie am Morgen aufstehen.» Bei der Küchenplanung handle es sich um einen kreativen Prozess, der in enger Absprache mit dem Kunden erarbeitet werde.

Repräsentative Küchen
Urs Meier pflegte bereits zu Zeiten, als er zu den internationalen Top-Ten-Schiedsrichtern zählte, ein zweites Standbein. Als ausgebildeter Kaufmann machte er sich 1986 mit dem Verkauf von Haushaltgeräten selbständig. Als Einmann-Unternehmer managte er alles allein, von der Beratung über die Lieferung und die Montage vor Ort. «Als sich bei mir in der Schiedsrichterei allmählich der Erfolg einstellte, war es im Geschäft kein Nachteil, dass man mich in der Öffentlichkeit kannte», erinnert er sich. Meier begann, Mitarbeiter anzustellen, doch in den letzten Jahren begann sich die Branche zu verändern: «Der Druck durch Billig- und Internet-Anbieter auf die kleinen Händler ist gestiegen. Vieles dreht sich nur noch um den Preis.»

Die Mundart Küchen AG, die sich seit gut einem Jahr am neuen Geschäftssitz in Wettingen befindet, will nun bewusst Kunden im mittleren und oberen Käufersegment ansprechen. «Die Küche steht mehr denn je im Zentrum des Hauses, wird oft mit dem Wohnraum kombiniert und muss auch repräsentieren. Viele Leute sind deshalb bereit, in etwas qualitativ Gutes und ästhetisch Schönes zu investieren.» Auch die auffällige Grosszügigkeit der Ausstellung war ein bewusster Entscheid: «Nur so können wir die ganze mögliche Vielfalt und den Detailreichtum richtig zeigen.» Unumwunden gibt Meier allerdings auch zu, dass er persönlich kein grossartiger Koch ist, im Gegenteil. Er koche praktisch nie. «Zum Glück habe ich immer Frauen um mich, die gut kochen können.» Dafür attestiert er sich selber ein gutes Auge für die Qualität von Küchen.

Inwiefern – wollen wir von Urs Meier wissen – sind ihm seine Erfahrungen als Schiedsrichter heute im Unternehmen nützlich? «Es handelt sich ganz klar um eine Wechselwirkung», antwortet er. Vor allem im Umgang mit Menschen habe er im Sport viel gelernt. «Interessant ist zum Beispiel was passiert, wenn ich auf jemanden treffe, der im ersten Moment negativ auf mich reagiert. Das habe ich als Schiedsrichter mit Spielern oft genug erlebt.» Sein Ziel war es jeweils, skeptische Fussballspieler durch Fairness und nachvollziehbare Entscheide von seiner Person zu überzeugen. «Dann konnten sie einen für sie ungünstigen Entscheid auch eher akzeptieren.» Von solchen Erlebnissen profitiere er heute manchmal im Kontakt mit der Kundschaft: Wenn jemand schlecht gelaunt in die Ausstellung komme, versuche er, die Person positiv umzupolen. «Wenn der Kunde den Vertrag unterschrieben hat und das Geschäft verlässt, muss er das Gefühl haben, gut beraten worden zu sein und genau das erhalten zu haben, was er wollte.» Dass er auch in der intensiven Zeit als Top-Schiedsrichter stets in seinem angestammten Beruf tätig geblieben sei, habe ihm viel gebracht, sagt Meier. «Es gab immer wieder Spiele, bei denen ich stark in der Kritik stand. Danach war es jeweils wohltuend, wieder mit Leuten zu tun zu haben, die nichts mit Fussball am Hut hatten.» Dadurch habe sich die Situation für ihn wieder normalisiert. «Dieses Leben in verschiedenen Welten – zwischen Fernsehen, Fussball und Geschäft – entspricht mir. Die Abwechslung bereichert meinen Alltag.»

Und wie sieht Meier die Küchen-Zukunft? Die Küche werde ein zentraler Ort im Haus bleiben und ihren hohen Stellenwert garantiert halten. «Küche und Wohnräume werden künftig noch mehr zusammenwachsen», ist er überzeugt. Er prophezeit, dass sich vermehrt auch Männer für die Küche interessieren und bereit sein werden, genauso wie ins Prestigeobjekt Auto in eine gute Küche zu investieren. «Eine solche Entwicklung» – auch da ist Urs Meier entwaffnend ehrlich – «käme uns natürlich sehr entgegen.»

Kontakt:
Mundart Küchen AG
Landstrasse 177
5430 Wettingen
Tel. 056 437 10 37
info@mundart-kuechen.ch

www.mundart-kuechen.ch
  Ausstellung:
Mo–Fr, 9–12 und 13.30–18 Uhr
Sa 9-–13 Uhr
(Ausstellung am Samstag offen,
aber keine Beratung).


Text: Rebekka Haefeli, Foto: Gaëtan Bally
aus: Zeitschrift Das Einfamilienhaus, Heft Nr. 4/2009

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