Individuelle Lösungen zur Finanzierung von Eigenheim
Die Möglichkeiten der Finanzierung des Eigenheims sind vielfältig. Der Grund dafür liegt in den ganz unterschiedlichen Bedürfnissen der künftigen Eigenheimbesitzer. Beruf und Familie spielen hier eine entscheidende Rolle. Da ist individuelle Beratung von grosser Bedeutung. Dennoch zahlt es sich aus, im Voraus die verschiedenen Modelle zu kennen, um eine Übersicht über die Finanzierungsangebote für das Wohneigentum zu erhalten.
Kann ich mir das leisten? Diese Frage stellen sich wahrscheinlich die meisten, wenn sie vor ihrem Traumhaus stehen. Einen ersten Anhaltspunkt für diese Frage liefern Hypothekarrechner auf den Homepages, beispielsweise der Raiffeisen Hypothekarrechner unter
www.raiffeisen.ch/hypothekarberechnungen. Diese ermöglichen eine grobe Einschätzung darüber, ob das Objekt ins Budget passt und geben Auskunft über das entsprechende Preissegment, innerhalb dessen man auf Haussuche gehen kann.
Die maximale Bankfinanzierung umfasst in der Regel 80 Prozent des Kaufpreises. Dieser Anteil kann sich erhöhen, falls Zusatzsicherheiten wie beispielsweise Bürgschaften oder Depotverpfändungen eingebracht werden. Neben dem vorhandenen Eigenkapital ist vor allem das jährliche Einkommen entscheidend, denn nur so kann die Tragbarkeit der zukünftigen finanziellen Aufwände des Eigenheims beurteilt werden. Die Belastungen setzen sich aus den Hypothekarzinsen und den Amortisationsraten zusammen. Ausserdem sind auch die anfallenden Neben- und Unterhaltskosten zu berücksichtigen. Grundsätzlich gilt: Die jährliche finanzielle Belastung zur Finanzierung des Eigenheims sollte weniger als einen Drittel des Jahreseinkommens ausmachen. Wichtig ist, dass man bei der Tragbarkeitsberechnung von sogenannt kalkulatorischen Zinssätzen ausgeht, also einem langfristigen Mittelwert der Zinssätze und nicht den aktuellen tiefen Zinsen, damit auch langfristig die Tragbarkeit garantiert ist.
Sind die finanziellen Mittel vorhanden, geht die Suche nach der geeigneten Hypothek los. Dabei spielen Kriterien wie Budgetsicherheit, Flexibilität, Risikobereitschaft, Familien- und Berufssituation sowie die erwartete Zinsentwicklung eine entscheidende Rolle. Die Auswahl an Hypotheken nimmt stetig zu und das heutzutage so breite Angebot hält für jeden eine passende Lösung bereit.
Fix oder variabel?
Wer sich für die variable Variante entscheidet, hat damit die Chance, von fallenden Zinsen in vollem Umfang zu profitieren. Zugleich ist jedoch bei steigenden Zinsen das Zinsänderungsrisiko zu tragen. Deshalb ist die Zinsbelastung mittelfristig weniger eindeutig kalkulierbar. Die variable Hypothek zeichnet sich dadurch aus, dass sie keine im Voraus festgelegte Laufzeit hat und in der Regel auf sechs Monate kündbar ist. Der Zinssatz richtet sich nach den Verhältnissen am Kapitalmarkt, deshalb kann der Hypothekarzins sowohl steigen als auch sinken. Je nach Objektart ist die variable Hypothek unterschiedlich amortisationspflichtig. Auf Wunsch kann der Hypothekarkunde jedoch auch ausserordentliche Amortisationen vornehmen.
Festhypotheken haben den Vorteil, dass die Zinssätze fix und die Belastung planbar ist. Bei der Festhypothek bestimmt der Hypothekarkunde die Laufzeit selbst. Sie können während der vereinbarten Laufzeit grundsätzlich nicht gekündigt werden. Die Festhypothek eignet sich besonders als Absicherung gegenüber steigenden Zinssätzen. Dies garantiert Budget-Sicherheit, da die Hypothekarzinsbelastung über die vereinbarte Laufzeit gleich bleibt. Allerdings können Hypothekarkunden nicht von allfällig sinkenden Zinsen profitieren.
LiborTop: Hypothek mit Zins-Obergrenze
Die LiborTop-Hypothek empfiehlt sich besonders dann, wenn auf kurze Frist sinkende Zinsen erwartet werden und diese wesentlich tiefer liegen als die mittel- bis langfristigen Zinsen. Die LiborTop-Hypothek der Raiffeisenbanken lässt sich auf drei, fünf oder sieben Jahre fest abschliessen. Der Zinssatz für die LiborTop-Hypothek setzt sich aus einem Basiszinssatz (LIBOR – London Interbank Offered Rate) und einer individuellen Kundenmarge zusammen. Nebenbei: Der LIBOR ist ein Zinssatz des internationalen Geldmarktes, der quasi die Wertentwicklung des Geldes anzeigt. Um sich vor steigenden Zinsen zu sichern, wird bei der LiborTop-Hypothek eine obere Zinslimite (Cap) festgelegt. Dafür ist eine Prämie zu bezahlen, welche in den Zinssatz eingerechnet wird.
Mehr Flexibilität bietet die LiborFlex-Hypothek. Alle drei oder sechs Monate wird der Zinssatz der LiborFlex-Hypothek der Entwicklung des LIBOR angepasst. Die Laufzeit beträgt wahlweise drei oder fünf Jahre. Während der Laufzeit kann der Hypothekarkunde auf Wunsch einmalig für die Restlaufzeit in ein anderes Hypothekarmodell (zum Beispiel Festhypothek) wechseln. Dies ist bei steigenden Zinsen interessant, da der Hypothekarkunde bei der LiborFlex-Hypothek das Zinsänderungsrisiko trägt. Umgekehrt profitiert er von fallenden Zinsen.
Weitere Informationen unter:
www.raiffeisen.ch
Text: Alexander Ocker, Produktmanager Kreditprodukte bei Raiffeisen Schweiz