Sonderpreis für Energietechnik
Erstmals wurde im Rahmen der Wahl zum beliebtesten Systemhaus der Sonderpreis für vorbildliche Energietechnik vergeben. Eine Fachjury entschied sich für das Mingergie-P-Musterhaus an der Home Expo in Suhr/AG, der Firma Schwörer Haus.
Den Sonderpreis für vorbildliche Energietechnik erhielt das Minergie-P-Musterhaus der deutschen Firma Schwörer Haus an der Home Expo in Suhr/AG.
Da Energiefragen in Zukunft auch beim Bauen immer wichtiger werden, wurde zusätzlich zur Publikumswahl für das beliebteste Systemhaus des Magazins «Das Einfamilienhaus» eine Fachjury eingeladen, einen «Sonderpreis Energietechnik» zu vergeben. Dies vor dem Hintergrund, dass ein Teil der Branche in nächster Zeit durch die verschärften Bauvorschriften stark gefordert wird. Einige der vorgestellten Häuser könnten in Zukunft nicht mehr so gebaut werden, wie beschrieben, war sich die Jury einig, es sei mit bedeutenden Umwälzungen zu rechnen.
Energiekennzahlen, die das Verhältnis von Jahresenergieverbrauch für Heizung und Warmwasser im Verhältnis zur Energiebezugsfläche ausdrücken, lagen der Jury nicht vor. Auch hier wird der Markt gefordert. Für Kaufinteressenten ist die Energiekennzahl, mit der bei Energieberatern und bei der Zertifizierung von Minergiehäusern gearbeitet wird, durchaus von Interesse.
Beurteilt wurden die zur Auswahl stehenden Objekte nach den Kriterien Minergie, Heizsystem, Gebäudehülle und architektonisches Gesamtbild. Letzteres mit der Überlegung, wenn ein Haus mit Vorbildcharakter auszuwählen sei, sollte es im Interesse der Sache mehrheitsfähig attraktiv aussehen und nicht als «Nachbarschreck» empfunden werden, sich also gut in die bauliche Umgebung einfügen.
Musterhaft
Die Wahl fiel nach engagierter Diskussion einstimmig auf das Schweizer Musterhaus der Firma Schwörer Haus an der Home Expo in Suhr. Das Gebäude verfügt über keine aktive Heizung mehr. Eine gut gedämmte Gebäudehülle, eine optimale Ausrichtung und das von Schwörer entwickelte System der Wärmerückgewinnung, gekoppelt mit einer kontrollierten Lüftung, machen dies möglich. Einerseits hat sich das deutsche Unternehmen mit der Zertifizierung nach Minergie-P in musterhafter Weise an die Entwicklung angepasst und freiwillig strenge Normen erfüllt. Andererseits wird mit der Auszeichnung das langjährige Engagement des Unternehmens in Energiefragen gewürdigt. Schwörer Haus hat sich schon anfang der 80er Jahren intensiv mit dem Thema der kontrollierten Be- und Entlüftung befasst und diesbezüglich schon früh eine Pionierrolle übernommen.
Gefallen fand die Jury (im Bild, von links nach rechts: Ruedi Zai, Architekt und Solarpreisträger 2008, Edgar Meier, HLK-Ingenieur, Energie- und Umweltberater, Geschäftsführer Olos AG und Sigrid Hanke, Energiefachjournalistin) zudem an den ausgewogenen Proportionen, den «nicht übermässig grossen Fensterflächen» und der Tatsache, dass das Haus ein angemessenes Vordach hat. Für Architekt Ruedi Zai, nach wie vor «etwas Gutes», ein bewährter und für unser Klima angemessener Fassadenschutz und sommerlicher Wärmeschutz. Als weiterer Pluspunkt wurde die «nicht zu laute» Erscheinung genannt, das Haus wirke sympathisch und dürfte insofern auf breite Akzeptanz stossen.
Bei Schwörer im Allgäu freut man sich über die Auszeichnung. Firmenchef Johannes Schwörer: «Dies ist eine Bestätigung für unsere 1700 Mitarbeiter, dass sich die langjährige Arbeit und Forschung im Bereich der Wohnungslüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung, im Bereich der Dämmtechnologie und bei der Fenstertechnik lohnt. Besonders freuen wir uns darüber, dass die Jury positiv bewertet hat, dass wir den seit Generationen überlieferten konstruktiven Bautenschutz nach wie vor bei uns auf der Agenda stehen haben.»
Text: Christine Vollmer, Foto Fachjury: Lieni Hofmann
aus: Das Einfamilienhaus, Heft Nr. 2/2009