Das Schwimmbad, die eigene, private Wasserwelt

Das private Schwimmbad im eigenen Garten ist die eigene, private Wasserwelt. Sie bietet viel. Im und am Pool lässt sich der Frühling und  Sommer wirklich und ganz privat geniessen. Ferien zwischen den Ferien, im und am Wasser. Mit welchen Bedingungen und Kosten ein solcher Traum Wirklichkeit wird, erläutert Kurt Hunger, Inhaber der Schwimmbad- und Wassertechnik Marlin AG.

Wohin gehört der Pool im Garten?
Die Lage des Pools im eigenen Garten richtet sich vorteilhaft nach der Sonne aus. Dort, wo sie am längsten scheint, ist der Pool am richtigen Ort. Er kann ein Teil des Gartens sein oder auch dessen Mittelpunkt, besonders dann, wenn seine Wasserfläche auch zur Gestaltung des Gartens werden soll. Dann bestimmt die Wasserfläche die Optik in allen vier Jahreszeiten und bietet im Sommer den beliebten Badespass.

Wie kommt man zum eigenen Schwimmbad?

Für den Bau eines Gartenbades braucht es eine Baubewilligung. Die Grundlage dafür ist das Bauprojekt. In der Regel sind Grenzabstände zum Grundstücks-Nachbarn vom mindestens 2 Meter nötig.

Das Bauprojekt wird vorteilhaft dem Teamwork von Architekt und Schwimmbad-Fachmann übertragen. Dabei ist ein gutes Beratungsgespräch nötig und wichtig. Das Planungsteam muss die Wünsche und Vorstellungen des künftigen Poolbesitzers erfahren, ihm die Möglichkeiten aufzeigen und die Erwartungen an die Anlage kennen lernen. Einfachere Gartenbäder werden von Schwimmbad-Fachbetrieben auch eigenständig projektieren.

Welche Beckensysteme stehen zur Verfügung?

Kleine private Bäder messen etwa 7 x 3,5 Meter, mittlere 8-9 x 4 Meter. Becken über 10 Meter Länge gehören zu den grösseren Badeanlagen. Die Wassertiefe im Becken übersteigt eher selten 150 Zentimeter. Gegenschwimm-Anlagen können kleinere Pools für den Schwimmer «verlängern».

Je nach der Gestaltung kommen unterschiedliche Baumaterialien in Frage. Mit rationell und industriell gefertigten Kunststoff- oder Stahl- und Edelstahlbecken, als Einstück-Becken oder in Elementbauweise, lassen sich schöne Badebecken bauen, die eine ganze Generation lang fröhliches Baden ermöglichen.

Soll eine individuelle und anspruchsvolle Gestaltung realisiert werden, steht das Bauen mit Beton im Vordergrund. Betonbecken werden wasserdicht betoniert und wahlweise mit Keramik, Naturstein oder Folien ausgekleidet oder als Sichtbeton belassen. Mit der Massiv-Bauweise lassen sich auch Stützmauern, Geländeabstützungen und wo nötig Räume und Schächte für die Aufbereitungstechnik des Pools realisieren. Im Umfeld des Pools finden zunehmend Zement- oder Naturstein- und Holzflächen mit Edelstahl-Elementen aufgrund ihrer Beständigkeit Verwendung.

Immer beliebter sind Becken mit hohem Wasserspiegel, die ein- oder mehrseitig über den Beckenrand hinweg überfluten. Sie zeigen den Wasserspiegel elegant auf der gleichen Höhe wie die Umgebung des Beckens. Der Schwimmer hat freien Ausblick über den Pool hinaus. Diese überflutende Umwälzung bringt eine wesentlich verbesserte Reinigung der belasteten Wasserfläche und damit eine bessere Hygiene im Pool.

Bei der Wahl der Grösse ist auch das Umfeld des Beckens von Bedeutung. Ein guter Platz für das Verweilen am Wasser, vor direkter Sonne geschützt, muss in der nutzbaren Fläche berücksichtigt werden.

Welche regelmässige Pflege braucht es?
Zu jedem Pool gehören eine Aufbereitungsanlage und eine Abdeckung. Die Aufbereitungsanlage sorgt dafür, dass das Beckenwasser mehrfach umgewälzt und filtriert wird und dadurch klar und sauber bleibt. Das Wasser muss im neutralen pH-Bereich gehalten und mit einem Desinfektions-Mittel keimfrei gemacht werden. Diese Wasserpflege kann manuell oder durch automatische Mess- und Regelsysteme erledigt werden. Automatische Anlagen sind heute selbstverständlich. Sie bieten mehr Komfort und befreien von den täglichen Pflichten der Pool- und Wasserpflege. Verdunstung und Niederschläge werden durch einen Niveau-Regler automatisch ausgeglichen.

Desinfektionsmittel geben auch Anlass zu Diskussionen. Chlor in falscher Dosierung im Badewasser konnte früher nicht völlig überzeugen. Es gibt Alternativen, die heute als Aktiv Sauerstoff und Ähnlichem im Handel sind. Richtig produziertes und präzise dosiertes Chlor als Desinfektionsmittel ist in seiner Wirkung und Zuverlässigkeit solchen «sanften» und teuren Mitteln noch heute überlegen.

Die Mehrheit der Schwimmer findet das Badewasser bei 24 – 25 °C angenehm. Diese Wassertemperatur erreicht man ohne Nachhilfe nur in den wenigen Hochsommer-Wochen. Deshalb werden Möglichkeiten zur Badewasser-Heizung rege genutzt. Dazu stehen Solar-Abdeckungssysteme, Sonnen-Absorberflächen wie auch speziell auf den Bedarf ausgerichtete Wärmepumpen zur Verfügung. Die Fläche für Sonnen-Absorberanlagen muss etwa 70-80 Prozent der Wasserfläche des Pools an sonnenreicher Lage betragen.

Zum jedem Heizen gehört das Abdecken des Beckens. Abdeckungen leisten viele gute Dienste. Sie schützen vor Schmutz, vor Unfällen mit Mensch und Tier und sie halten die Wärme zusammen. Es gibt dazu ein grosses Angebot, das vom einfachen Schutznetz über die handbediente Abdeckplane bis hin zum automatischen Rolladen reicht.

Anspruchsvolle Gestaltungen verstecken meist automatische Abdeckungen im Beckenboden oder in der Beckenwand. Mit automatischen Rolladen lässt sich die Sonneneinstrahlung zur Wassererwärmung gut ausnützen und sie eignen sich für Becken mit Überflutung.

Badeplausch und Beckenpflege lassen sich gut vereinen. Die Technik lässt sich mit einfachen Kontrollen überwachen. Wind und Wetter bringen zwangsläufig auch Verunreinigungen auf die Wasserfläche. Die Umwälzung sammelt diese über leicht zugängliche Vorfilter, die sich regelmässig zu überprüfen und leeren lassen. Die Wasserpflege braucht nicht viel Zeit, aber regelmässige Beachtung. Wer sich diese Aufgabe leichter machen will, entscheidet sich für eine automatische Wasseraufbereitung.

Die regelmässige Reinigung des Pools kann mit der an die Umwälzung gekoppelte «Staubsauger-Anlage» in einer fleissigen halben Stunde erfolgreich erledigt werden. Häufig leisten sich Schwimmbadbesitzer automatische Beckenreiniger, die ohne viel Arbeit in 1–2 Stunden den Boden und Wände des Beckens reinigen.

Gute Schwimmbad-Fachbetriebe bieten ihren Kunden Wartungs-Dienste an, mit denen die zeitintensive Frühjahrs-Reinigung, das fachgerechte Einwintern und auch die regelmässige Inspektion der Aufbereitungsanlage fachgerecht und effizient erledigt werden.

Was kostet der Bau, was kostet der Betrieb?

Wie jedes grosse Vergnügen haben Schwimmbäder ihren Preis. Zu den Kosten für den Bau kommen die Kosten für den Betrieb, den Unterhalt und die Werterhaltung. So individuell wie Bäder gebaut werden können, so individuell sind die Baukosten. Für einfachere, am Nutzungszweck orientierte, eingebaute Pools kommen Kosten zwischen 70.000 und etwa 100.000 Franken zusammen. Individuelle, mit anspruchsvollen Gestaltungszielen in die Gartenarchitektur integrierte Becken als Massiv-Bauten erfordern Investitionen, die 200.000 Franken erreichen und auch überschreiten können. Genaues lässt sich über ein entsprechendes Vorprojekt mit Kostenvoranschlag ermitteln.

Die Betriebskosten betragen je nach Beckengrösse 10 bis 15 Franken pro Badetagbeziehungsweise zwischen 1500 und 2500 Franken pro Saison. Bezieht man zusätzliche Dienstleistungen von Fachbetrieben für die Reinigung und Pflege, so kommen deren Kosten noch dazu.

Fertig- und Einstückbecken haben einen Nutzungszyklus von etwa 20 – 25 Jahren, Massivbauten in der Regel etwa 10 Jahre mehr. Dann müssen wieder 25 – 35 Prozent der erstmaligen Anlagekosten aufgewendet werden, um einer weiteren Generation den Badespass zu erhalten.

Text: Kurt Hunger, Fotos: Marlin-Bilddokumentation
Inhaber der Schwimmbad- und Wassertechnik Marlin AG
6312 Steinhausen
www.marlin.ch

  • Am Kiosk holen oder online bestellen!

    Am Kiosk holen oder online bestellen!

    Sie wollen bauen oder ein Haus kaufen? Holen Sie sich wertvolle Informationen aus dem Magazin DAS EINFAMILIENHAUS! Themen der aktuellen Ausgabe: Küchentechnik und LED-Licht.

    >>
  • Neue Gartenideen für den Sommer

    Neue Gartenideen für den Sommer

    Das TRENDMAGAZIN GARTENIDEE enthält viele praxisbezogene Tipps für die Planung und Gestaltung eines Gartens. Lassen Sie sich von der aktuellen Ausgabe 2-2011 inspirieren!

    >>
  • TRAUMGARTEN mit Richards Gardendesign

    TRAUMGARTEN mit Richards Gardendesign

    Profitieren Sie von unserer langjährigen Erfahrung! Wir beraten Sie gerne, planen und realisieren Ihren Garten zum Träumen, im In- und Ausland mit Wasser-Welten oder Licht-Design.

    >>
  • Wellness zuhause: Indoor und Outdoor

    Wellness zuhause: Indoor und Outdoor

    Die druckfrische Jahresausgabe WELLNESSIDEEN zeigt, wie Sie Ihre private Wohlfühloase realisieren: Bad, Sauna, Whirlpool, Swimmingpool usw. ­– mit vielen Hintergrundinfos. Jetzt bestellen!

    >>