Mit welchen Vorstellungen gelangen Bauherrschaften an Sie?
Hanspeter Citrini: Die meisten Kunden wollen einen Altbau aufwerten, den Wohnraum vergrössern, Wohnqualität erhöhen und eine Verbindung zwischen Wohnen und Freiraum schaffen. Mit einem Glasanbau kann man einen schönen Akzent setzen zu einem älteren Haus.
Welches sind die wichtigsten Punkte bei der Planung?
Citrini: Zentral ist, zu Beginn der Planung die Bedürfnisse des Kunden zu klären – zum Beispiel ob der Kunde einen Wintergarten für 365 Tage will oder eine unbeheizte Variante, die in der Übergangszeit genutzt werden kann. Ausserdem geht es darum, aufzuzeigen, was am spezifischen Objekt möglich ist. Dabei spielen auch baurechtliche Aspekte und natürlich der Preis eine zentrale Rolle. Wir klären den Kunden schon von Anfang an auf, mit welchen Gesamtkosten er rechnen muss.
In welchem Rahmen bewegen sich diese Kosten?
Citrini: Ich habe eine Faustregel entwickelt, die ich immer wieder überprüfe: Ein Kubikmeter beheizter Wintergarten kostet rund 1000 Fr. – die unbeheizte Version rund 20% weniger. Hinzu kommen Kosten für Fundament, Boden, Heizung und Elektrisch. Dafür muss man je nach Situation und Ausbauwünschen der Bauherrschaft zusätzlich 30 bis 40 Prozent einplanen.
Man hört ab und zu von schlechten Wintergarten-Beispielen. Worauf soll der Kunde achten?
Citrini: Der Wintergarten-Bau ist heute weit entwickelt und die Systeme sind erprobt. Wenn die Bauherrschaft mit einer erfahrenen Firma zusammenarbeitet, gibt es kaum Probleme. Wintergarten-Interessierten empfehle ich, Referenzen einzuholen und eine Firma zu wählen, die auch eine Baubegleitung anbietet – von der Planung bis hin zur Koordination mit den verschiedenen Beteiligten und Behörden.
Und welche Tipps haben Sie bezüglich Gestaltung?
Citrini: Ein Wintergarten muss sich gesamtheitlich, das heisst in Form, Grösse, Proportion und Farbe an ein bestehendes Objekt anpassen. Er ist nicht das wichtigste Element in einer Fassade – man darf ihn sehen, aber man sollte ihn nicht zu stark herausheben. Auch eine interessante Innenraumgestaltung durch entsprechende Materialwahl, Beleuchtung oder Farbe werten den Wintergarten entsprechend auf. Ich plädiere eher für schlichte Formen. Vor allem soll der Wintergarten den Leuten den Lebensraum bieten, den sie erwarten. Sie sollen die Natur ganz nahe erleben können. Der Wintergarten hört nicht bei den Gläsern auf, er geht optisch weiter. Ganz zentral ist deshalb, auch die Umgebung in die Gestaltung einzubeziehen. Eine schöne Aussenbeleuchtung oder der Blick auf einen Steingarten oder ein lauschiges Plätzchen ist eine enorme Bereicherung.
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