Neue Impulse für Möbel und grosse Räume

Minimalistisches Design bei den Möbeln sowie große Räume, wo Wohn-, Koch- und Essbereich miteinander verschmelzen. Dies waren Trends, die sich bei der Möbelmesse Köln, imm cologne 2010, abzeichneten. Eine kleine Auswahl von herausragenden Neuheiten spiegelt den Impuls wider, Wohnwelten neu zu interpretieren.
Das Regal nan15 besticht durch sein Konzept. Ausgehend von der Bücherstütze, die in jeder Bibliothek zu finden ist, entwickelte Nitzan Cohen ein ganzes Regal. Boden und Rücken bilden ein Modul, mit dem ein Regal in beinahe beliebiger Grösse zusammengebaut werden kann. Schon das kleine, einzelne Teil bildet ein Element, das als Kleinstregal fungiert. Bestehend aus nur zwei unterschiedlichen Teilen, lässt es sich in beliebiger Länge und Höhe zusammenstellen. Die Struktur lässt sich ohne Werkzeug aufbauen und jederzeit ergänzen. Charakteristisch für das Produkt ist die leicht geneigte Bodenfläche, die jeweils mit einer rechtwinklig dazu stehenden Seitenwand abgeschlossen wird. So stehen die Bücher immer optimal im Regal, selbst in kleinen Gruppen. Selbst beim Entfernen eines Buches passiert nicht das, was wir alle kennen, dass sich nämlich die im Regal verbleibenden Bücher zu neigen beginnen. nan15 ist ein immer wieder erweiterbares Regal, das gleichzeitig auch als Raumtrenner fungieren kann. Die raffinierte Verschachtelung von Boden und Rückenteil macht aus dem Regal eine von beiden Seiten attraktive Wohn- oder Bürostruktur. Designer: Nitzan Cohen, Hersteller: Faserplast AG
 
Als Inspiration für dieses feine, nicht bodennahe, komfortable Sofa dienten der Designerin Inga Sempé Hollywoodschaukeln. Wie diese verbindet Ruché Strenge und Weichheit; etwas Luft und etwas Material. Das Gestell von Ruché besteht aus massiver Buche. Auf den Füßen ruht eine dicke Decke mit spezieller Absteppung, einer gesteppten Polsterung mit quadratischem Raster und unterbrochenen Nähten. Abwechselnd durch die Stiche gehalten oder wieder freigelassen, bauscht sich der Stoff stellenweise auf, was ihm seine besondere Optik verleiht sowie seinen Namen Ruché (= Rüsche). Aus diesen Höhen und Tiefen des Bezuges entstehen abwechslungsreiche Lichtreflexe, die Schatten variieren je nach Stoff. Die feinen geradlinigen Füße und die Wellenbewegungen der Decke bilden ein harmonisches Zusammenspiel von strengen Geraden und weichen Kurven. Ruché ist schlank und fein und trotzdem einladend und weich. Designer: Inga Sempé, Hersteller: Roset Möbel GmbH
 
Auf der imm cologne 2010 präsentierte e15 die ersten beiden Möbel der neuen Stuhlfamilie CH04 HOUDINI, einen Stuhl und einen Stuhl mit Armlehne. Entworfen von dem Münchener Design Stefan Diez und erstmalig präsentiert auf dem Salone del Mobile 2009, werden beide Stühle aus Eiche furniertem Schichtholz mittels einer, für die Herstellung von Möbeln besonderen Technik gefertigt. Das Ergebnis sind zwei zeitgenössische und klassisch anmutende Holzstühle, die mit einer neuartigen Silhouette aufwarten. Die Rückenlehne der Stühle sowie deren Sitzrahmen legen sich kurvenförmig um die Basis und gestalten so jeweils eine harmonische Sitzschale. Inspiriert durch eine Methode aus dem Flugzeugmodellbau werden dünne, zweidimensionale Schichtholzplatten per Hand um einen kompliziert gefrästen Massivholzring gebogen. Die ausgewogenen Proportionen beider Stühle und das harmonische Spannungsverhältnis von Form und Material resultieren in zwei modernen und dabei zeitlosen Holzstühlen. Designer: Stefan Diez, Hersteller: e15 Design und Distributions GmbH
 
Die Deckenleuchte nan17 entstand aus einem Bedürfnis heraus. Das Architektenteam Meier Leder aus Baden beauftragte die beiden Designer Jörg Boner und Christian Deuber, ein Lichtkonzept für einen ihrer herausragenden Bauten zu entwickeln. Über einen Architekturwettbewerb kam das institutionelle Wohngebäude zur Ausführung. Diese Leuchte war eines der Hauptelemente des Lichtprojekts, sie wurde eigens für dieses Objekt entwickelt. Hohe Anforderungen an die Ästhetik und an die lichttechnischen Eigenschaften führten dazu, dass die Leuchte über zwei Jahre lang entwickelt und optimiert wurde. Formaler Ausgangspunkt war ein Umfeld, das herkömmlicherweise bei verstaubten Stoffleuchtenschirmen gefürchtet ist: die plissierte Struktur. Durch eine zeitgemäss ästhetische und technische Ausformulierung entstand ein überraschender Kontrast von neuer Qualität. Die Leuchte besteht aus einzelnen Blechlamellen, die im Kreis angeordnet einen konischen Leuchtenschirm bilden. Das Licht tritt nach unten als Direktlicht durch ein opakes Plexiglas aus. Zur Decke entsteht eine indirekte Lichtsituation und auf der Aussenhülle durch die Anordnung der Lamellen ein atmosphärisches Umgebungslicht. Die ersten sechzig Leuchten, die sich nun im genannten Gebäude befinden, wurden begeistert aufgenommen. nanoo hat sich daraufhin entschieden, das Produkt aufgrund des grossen Erfolges für den gehobenen Fachhandel weiterzuentwickeln. So findet es nun den Weg vom grossen öffentlichen Bauwerk in ein attraktives Wohnumfeld. Designer: Christian Deuber + Jörg Boner, Hersteller: Faserplast AG
 
Herbert Hirche, 1910 geboren, Schüler im Bauhaus unter Mies van der Rohe, Mitarbeiter bei Mies in Berlin vor dem Krieg, während des Kriegs bei Egon Eiermann, danach Professor in Berlin-Weißensee und an der Akademie der Künste in Stuttgart, verstorben 2002, hat für die «Interbau Berlin 957» einen Sessel entworfen. Die eigenständige Formensprache sowie Komfort und Bequemlichkeit machen diesen GFK Schalensessel zu etwas Besonderem. Es ist eines dieser Möbel, dem man seine Zeit zwar ansieht – was ja auch so sein sollte – und trotzdem ist die Zeit nicht an ihm vorbei gegangen. Im Gegenteil! Ohne Nostalgie und ohne Anlehnung an davor entwickelten Formen von seinen Kollegen Saarinen und Eames, ist der Sessel ein eigenständiges und kraftvolles Möbel. Die Richard Lampert GmbH hat sich entschlossen, dieses Möbel in Serie herzustellen und werden ihn entsprechend dem Original in einem grünen Stretchvelour zeigen. Alternativ wird es diesen Stoff in Anthrazit geben und eine Ausführung in Wildleder. Eine Version mit sichtbarem Kunststoff auf der Rückseite des Sessels ist in Arbeit. Designer: Prof. Herbert Hirche, Hersteller: Richard Lampert GmbH & Co. KG
 
1985 zeichnet Peter Maly für Ligne Roset das Sofa Prao, das erste Sofa mit komplett veränderbarer Geometrie dank herausnehm- und verstellbaren Rücken- und Armlehnen. Dieses platzsparende und überaus funktionelle Sofa wurde viele Jahre sehr erfolgreich produziert, es war wie geschaffen für kleinere Wohnzimmer in Großstadtwohnungen. Zum 150-jährigen Jubiläum von Ligne Roset greift Peter Maly die Prao-Idee 25 Jahre später auf, er er geht von denselben Funktionen aus, interpretiert sie jedoch mit der Sprache der Jahre 2010 neu und nennt sein Remix Ted. Peter Maly: «Ted ist ein in seinen Abmessungen bewusst reduziertes, dabei jedoch hoch komfortables und sehr funktionales Sofaprogramm. Auf einem Rundrohrfußgestell aufgebaut, werden sowohl Rückenpolster wie auch Armlehnenpolster in einem tragenden Metallrahmen unsichtbar verankert. Alle können mit einem Handgriff herausgenommen oder ausgetauscht werden. Die Armlehnen sind beweglich und können in eine bequeme Position, zum Beispiel zum Ruhen, abgeklappt werden.» Designer: Peter Maly, Hersteller: Roset Möbel GmbH
 
Arpers Einstieg in das Sofa-Segment: Loop ist das neue harmonische Sofa-Programm für Räume, in denen Menschen zusammenkommen, und zugleich das ideale Möbel für alle, die es zu Hause bequem haben möchten. Das Sofa Loop mit seinem weichen, eleganten Design empfiehlt sich aufgrund seiner Modularität und Kombinierbarkeit für den Objektbereich und als Zwei- und Dreisitzer für den Wohnbereich. Der gepolsterte Rahmen ruht auf einem Gestell aus satiniertem Stahl. Die Bezüge gibt es in den Materialien Stoff, Leder, Kunstleder oder Kundenmaterial. Aufgrund seiner Vielseitigkeit eignet sich Loop für kleine und große Räume gleichermaßen: als zweioder dreisitzige Variante oder als Kombination von mehreren Modulen. Das Sofa hat abziehbare Bezüge. Designer: Lievore, Altherr, Molina, Hersteller: Arper SpA
 
Claudio Colucci, italienisch-österreichischer in der Schweiz geborener Designer mit Designbüros in Tokio und Paris hat die Sessel BIGDADA und MINIDADA 1997 für den japanischen Hersteller IDÉE entworfen. Nach MINIDADA reeditieren wir nun BIGDADA, einen skulpturalen Wippsessel für die Großen mit Sinn für Humor, gut geeignet als Zusatzsessel, zum Beispiel im Schlafzimmer. Der Gestalter des Megastores von Agnès B. in Tokio steht für runde, weiche, farbige Formen und lässt sich von Humor, Weiblichkeit und Sinnlichkeit inspirieren. Der Bezug ist mittels Klettband komplett abziehbar. Designer: Claudio Colucci, Hersteller: Roset Möbel GmbH
 
Während die meisten anderen Tischmodelle normalerweise mit Hilfe von Metallteilen konstruiert sind, ist dieses Möbelstück vollständig und ausschliesslich aus Holz. Die Tischplatte ist konstruiert als 3D-Sandwich. Verschiedene Holzarten, jede mit ihren spezifischen Eigenschaften und Qualitäten, werden handwerklich zusammengefügt, um eine perfekte leichtgewichtige Härte zu erzeugen. Die Unterseite der Tischplatte ist mit einem 3D-Furnier bedeckt, womit der Nomad zum ersten kommerzialisierten Tischmodell wird, bei der diese Technologie verwendet wird. Die mit Gewinde ausgestatteten Tischbeine aus Eschenholz werden fixiert, indem sie in die Tischplatte eingeschraubt werden. Ein schönes Beispiel für ein traditionelles Tischlerhandwerk. Designer: Jorre van Ast, Hersteller: Arco
 

Aus der Verbindung Eva Paster / Michael Geldmacher (neuland industriedesign, München) und interlübke stammt reef, Skulptur und Wohnprogramm zugleich. «reef ist radikal, ein cutting-edge Programm», betont Michael Geldmacher. «Stell Dir vor, Du wachst auf. Dein erster Blick gilt nicht der Aussicht, dem Leben draußen. Du bewunderst das Schatten- und Farbspiel aus Licht, das über die kaskadischen Formen des Möbelkörpers gleitet.» Poesie oder angewandte Physik? In der Reihung und Stapelung von Kästen bleibt reef ein Systemmöbel. Doch sprengt das Konzept die Einheitlichkeit der Fläche und geschlossener Fronten. Designer: Eva Paster / Michael Geldmacher, Hersteller: Interlübke

 
Powder krönt den Raum in avantgardistischer Form mit Poesie. Die architektonisch im «Clean-Cut» ausgeführten Rundsessel und Sofas präsentieren sich mit ausschwingenden Silhouetten in femininer A-Linie. Die Geborgenheit von Powder ist ein Traum, weil sie das Sitzen aufgehoben umschliesst. Finesse bezeugt der kegelförmige Einschnitt der Armlehnen, artikuliert von plastischen Aussen- und Innennähten. Powder setzt sein ausgeprägtes Formenbewusstsein mit Finesse bei Leder bis in akzentuierende Nahtdetails ein: Geometrisch klar am kegelförmigen Einschnitt der Armlehnen, filigran linear in den Rundecken von Sessel und Sofas. Nuanciertes Abweichen der Norm wird spielerisch durch die leichtgebogene Teilungsnaht bei Rückenlehne und Sitzkorpus betont. Designer: Kati Meyer-Brühl, Hersteller: Brühl

Bezugsquellen:
Arco Meubelfabriek bv
P.O. Box 11
NL-7100 AA Winterswijk
Tel. +31 543 546 575
www.arcomeubel.nl
Arper
Arper s.p.a.
Via Lombardia, 16
I-31050 Monastier (Treviso)
Tel. +39 0422 7918
www.arper.com
 
Brühl & Sippold
über: Agentur Bloise GmbH
Hauptstr. 12
4584 Gächliwil
Tel. 032 351 63 02
www.bruehl.com
e15 Design und Distributions GmbH
Hospitalstrasse 4
(Eingang Korfstrasse 13)
61440 Oberursel Germany
Tel. +49 6171 9795 0
www.e15.com
nanoo by
Faserplast AG
Industrie Sonnmatt 6-8
Postfach 174
9532 Rickenbach TG
Tel. 071 929 29 29
www.nanoo.ch
 
Interlübke
nterlübke
Gebr. Lübke GmbH&Co. KG
Ringstraße 145
33378 Rheda-Wiedenbrück
Tel. +49 5242 12-1
www.interluebke.de
Richard Lampert GmbH & Co.KG
Gaisburgstrasse 12b
D- 70182 Stuttgart
Tel. +49 711 860 2070
www.richard-lampert.de
Roset Möbel GmbH
Ligne Roset (Schweiz)
Dreikönigstr. 21
8002 Zürich
Tel. 044 202 48 94
www.ligne-roset.com
 

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