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Mustergültig: Bunte Solarpanels

Vorbei die dunklen Zeiten: Ein Forschungsteam der Hochschule Luzern entwickelt bunte Solarpanels, mit denen sich trotzdem effizient Strom produzieren lässt.

Die Glas Trösch AG stellte ihre Maschinen für den Glasdruck zur Verfügung.zoom
Die Glas Trösch AG stellte ihre Maschinen für den Glasdruck zur Verfügung.
 

Allzu viele Solarpanels gibt es in der Schweiz nicht. Obwohl gerade die alpinen Regionen zahlreiche Sonnentage vorzuweisen haben, deckt Fotovoltaik lediglich ein Prozent unseres Energieverbrauchs ab. Ein Blick auf die Panels verrät schnell warum: Ein Dach voll mit den blauschwarz schimmernden Platten ist zwar praktisch, aber alles andere als schön. Viele Architekten berücksichtigen sie nicht gern und greifen lieber auf Alternativen zurück, die weniger ins Auge fallen. Auch mangelt es übers Jahr gesehen an Effizienz, denn wenn die Dächer in den Wintermonaten zugeschneit sind, kann die Sonne keinen Strom erzeugen. Anders, wenn sich die Panels an Ost- oder Westseite des Gebäudes befänden, wo wir jedoch wieder bei den optischen Problemen wären.

Ziemlich effizient
Eine Lösung erarbeitete jetzt ein Forschungsteam um Stephen Wittkopf und Monika Gold. Der Architekt und Dozent am Department Technik und Architektur und die Studienrichtungsleiterin vom Departement Design und Kunst der Hochschule Luzern haben Solarpaneels für Fassaden optisch so gestaltet, dass sie  attraktiv und effizient zugleich sind. Bei der Glas Trösch AG, die ihre Maschinen für Tests zur Verfügung stellte, wurden die unterschiedlichen Muster bereits auf Glasplatten gedruckt und auf die Solarpanels montiert. Das Team testet sie gerade in einem Feldversuch in Hergiswil an der Villa Seerose an Stelle von Fensterläden. Ihre Entwicklung erwies sich als hochkomplex, da bunt bedrucktes Glas und hohe Lichtdurchlässigkeit einander normalerweise ausschliessen. So kommt die blauschwarze Farbe der gängigen Panels nicht von ungefähr, denn je dunkler ein Panel ist, desto mehr Sonnenlicht absorbiert es, und je mehr Sonnenlicht es absorbiert, desto mehr Strom produziert es. «Das Projekt war eine Gratwanderung zwischen Ästhetik und Technik. Wir fragten uns stets von neuem, wie viel Farbdichte es überhaupt verträgt», sagt Monika Gold. Im Moment erreichen die sieben Designs mit verschiedenen Farbdichten im Vergleich mit den handelsüblichen Panels Effizienzgrade von 75, 80, 85 und 90 Prozent.

Mehr Informationen zum Projekt siehe:
www.hslu.ch/villa-photovoltaik

Stephen Wittkopf und Monika Gold von der Hochschule Luzern entwickeln attraktive und effiziente Solarpanels für Fassaden und sind vom bunten Design der Glasplatten überzeugt.zoom
Stephen Wittkopf und Monika Gold von der Hochschule Luzern entwickeln attraktive und effiziente Solarpanels für Fassaden und sind vom bunten Design der Glasplatten überzeugt.
Insgesamt sieben unterschiedliche Muster mit verschiedenen Farbdichten hat das Forschungsteam entwickelt.zoom
Insgesamt sieben unterschiedliche Muster mit verschiedenen Farbdichten hat das Forschungsteam entwickelt.
Stephen Wittkopf und Monika Gold verfolgen den Druck der Glasplatten für die Solarpanels bei der Glas Trösch AG.zoom
Stephen Wittkopf und Monika Gold verfolgen den Druck der Glasplatten für die Solarpanels bei der Glas Trösch AG.
 

Text: Kirsten Höttermann, PD
aus: Das Einfamilienhaus, Heft Nr. 5/2015

 
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