Schweizer Bauratgeber für Bauherren und Hausbesitzer

 Das Fenster zur digitalen Welt

Nicht erst seit der Corona-Pandemie nimmt die Zahl derer zu, die im Homeoffice arbeiten. Damit das auf Dauer zufriedenstellend funktioniert, muss die Technik stimmen.

Mit der richtigen Technik macht Homeoffice Spass. Devolo.
Mit der richtigen Technik macht Homeoffice Spass. Devolo.

Mama sitzt zwischen Bügelbrett und Babybett am Computer. Papa starrt auf sein Laptop, während zu seinen Füssen unterm Küchentisch gefesselte und geknebelte Kinder liegen, die nicht zur Schule gehen dürfen. Junior erklärt Senior, wie man eine Videoschaltung einrichtet. – In extremen Zeiten mit erzwungenem Homeoffice und Homeschooling haben wenigstens Karikaturisten Hochkonjunktur. Und auch die Zahl mehr oder weniger wertvoller Ratschläge nimmt inflationär zu, wie zum Beispiel: Der häusliche Arbeitsplatz sollte nicht zu nüchtern eingerichtet werden und keine Büroatmosphäre ausstrahlen. Und das genaue Gegenteil: Das Homeoffice sollte nicht zu kuschelig gestaltet werden, um Ablenkung zu vermeiden.

Keine Jogginghose
Nun, jeder sollte da wohl seine eigene Linie finden. Auch was die Kleidung betrifft. «Kleider machen Leute», wusste schon Gottfried Keller. Der Pyjama sollte eher nicht getragen werden, falls überraschend der Chef skypen möchte. Über ein anderes beliebtes Kleidungsstück hat einst Karl Lagerfeld das Todesurteil gesprochen: «Wer eine Jogginghose trägt, hat die Kontrolle über sein Leben verloren.» Die Wertschätzung der eigenen Arbeit sollte schon in einem gewissen Casual-Business-Outfit zum Ausdruck kommen.

Die Technik muss stimmen
Eigenheimbesitzer haben in der Regel die Möglichkeit, einen geordneten Arbeitsplatz in einem separaten Raum einzurichten, zum Beispiel im Gästezimmer oder Nähstübchen. So manches Mal ist sowieso ein Büro im Haus eingerichtet. Noch wichtiger als die räumliche Situation: Die Technik muss stimmen. Um telefonieren zu können (ob mit Bild oder ohne) und Datenmengen empfangen und versenden zu können, müssen bestimmte Voraussetzungen gegeben sein. Denn auf dem Weg der Daten vom Arbeitgeber ins Homeoffice und umgekehrt gibt es Stellen, die sich zum Nadelöhren verengen können:

  • Da ist zunächst die IT des Arbeitgebers: Wie fit sind die Leitungen und Server im Betrieb? Und wie fit sind diese Tools für grosse Datenmengen, die von aussen kommen?
  • Wie sieht es mit meiner Internetverbindung von aussen ins Haus aus? Wie hoch ist die Geschwindigkeit für die Datenübertragung?
  • Welchen WLAN-Router habe ich installiert? Wie alt und wie leistungsfähig ist er? Muss ich mir eventuell einen neuen anschaffen?
  • Wie ist es um mein Heimnetzwerk bestellt? Wie stark ist das WLAN an meinem Schreibtisch? Habe ich dort auch Internetanschluss über ein leistungsfähigeres und sichereres LAN-Kabel?
  • Mit welchem Endgerät arbeite ich? Mit dem der Firma oder mit meinem eigenen? In beiden Fällen sollten immer die neuesten Updates installiert sein, um ausreichende Datensicherheit zu gewährleisten. In einem Unternehmen mit eigener oder externer Systembetreuung sollte das selbstverständlich sein. Es zeigt sich: Unternehmen, die die Digitalisierung von Prozessen in den letzten Jahren vorangetrieben haben, sind gegenüber den Nachzüglern eindeutig im Vorteil.
Das Streamen von Filmen ist beliebt, erfordert aber hohen Datentransfer. www.swisscom.ch
Das Streamen von Filmen ist beliebt, erfordert aber hohen Datentransfer. www.swisscom.ch

Engpässe beseitigt
Natürlich spielen auch die Netzbetreiber eine wichtige Rolle, wie sich am 16. März zeigte, als Swisscom und Sunrise wegen Kapazitätsproblemen vorübergehend nicht in der Lage waren, das Gesprächsaufkommen zwischen den Netzen zu meistern. Denn durch die verstärkten Homeoffice-Aktivitäten hatte sich die Zahl der Anrufe vervielfacht. Beide Anbieter haben in einer gemeinsamen Erklärung versichert, dass diese Engpässe beseitigt sind. «Swisscom und Sunrise bestätigen, dass innerhalb der Mobilfunk- und Festnetzinfrastruktur ausreichend Kapazitäten vorhanden sind, so dass Telefonie und Internetverkehr auch in ausserordentlichen Situationen gewährleistet sind.»

Experten versichern, dass die vielen Heimarbeiter für die Netzstruktur tatsächlich kein Problem darstellen. Im Unterschied zu dem erhöhten Streamingaufkommen. Offenbar verkürzen sich viele Heimarbeiter und Homeschooling-Kids die Zeit in den eigenen vier Wänden mit dem Anschauen von Filmen und Serien. Dabei macht sich ein Vielfaches der Datenmenge auf die Reise, die durch verstärktes Homeoffice entsteht. Zwischenzeitlich drohte sogar der Bundesrat damit, diese Dienste einzuschränken, wenn das Nutzerverhalten weiterhin das Netz über Gebühr strapazieren sollte. Anbieter wie Netflix, Amazon oder YouTube haben daher vorübergehend die Übertragungsqualität reduziert, um einen ungestörten Datenverkehr zu gewährleisten. So hat Netflix sogar für einen Monat Standardauflösung geboten und HD sowie Ultra-HD-Qualität ruhen lassen.

Die Powerline

Zurück zur häuslichen Situation. Was tun, wenn sich die Netzwerkanschlüsse und der WLAN-Router im Wohnzimmer befinden, ich mein Homeoffice aber in einem anderen Raum oder gar in einer anderen Etage einrichten will? In diesem Fall reicht die Stärke des WLAN unter Umständen nicht aus, um effektiv arbeiten zu können. Muss ich also Löcher in die Wände bohren oder Decken durchstossen, um meterlange LAN-Kabel zu verlegen? Nein, das ist nicht erforderlich und angesichts der Stolpergefahr auch nicht ratsam. Eine Möglichkeit, Distanzen sicher zu überbrücken, besteht in der sogenannten Powerline-Technologie. Diese nutzt die hauseigene Stromleitung wie ein langes Datenkabel, um das Internetsignal an jede Steckdose des Hauses zu bringen. Die Firma Devolo bietet entsprechende Adapter der Magic-Reihe an. Sie verfügen über eine Brutto-Datenrate von bis zu 2400 Mbit/s.

Adapter in der Steckdose
Der erste Adapter wird in der Nähe des Routers ans Stromnetz angeschlossen. Dabei sollten Verbraucher darauf achten, dass alle Adapter direkt in eine Wandsteckdose gesteckt werden. So kann die Entstörfilter-Funktion des Adapters ihr Werk im Powerline-Netzwerk verrichten. War an der Steckdose bisher eine Steckdosenleiste angeschlossen, kann diese in die in den Adapter integrierte Steckdose angeschlossen werden. Falls die Powerline-Adapter Verbindungsschwierigkeiten haben, müssen eventuell benachbarte Wandsteckdosen frei bleiben.

Die weiteren Powerline-Adapter können an jedem gewünschten Ort des Hauses in eine Steckdose gesteckt werden, um vor Ort ein stabiles Netz aufzubauen. Ausser der integrierten Steckdose verfügen die Adapter auch über zwei Gigabit-Anschlüsse, sodass datenintensive Übertragungen zuverlässig und schnell über LAN-Kabel stattfinden können.

Optimal fürs heimische Netzwerk ist es, wenn die Powerline-Komponenten über die sogenannte Mesh-Technologie verfügen. Sie sorgt dafür, dass mobile Geräte stets mit dem stärksten Devolo WLAN-Hotspot verbunden sind und der Wechsel zwischen zwei oder mehr Zugangspunkten automatisch funktioniert. Das ist gerade dann vorteilhaft, wenn man sich beispielsweise mit dem Smartphone, Tablet oder Notebook von einem Zimmer zum anderen bewegt. Für ein einheitliches Netz mit gleichen Zugangsdaten an allen Access-Points sorgt die Übertragung der nötigen Einstellungen per WPS. Dazu muss nur einmal kurz die WPS-Taste am Router sowie am Powerline-Adapter gedrückt werden.

Home-Network-App
Für die Einrichtung des Netzwerks bietet Devolo ein Multiroom-Set an, das drei Adapter enthält. Das Unternehmen rät, beim Betrieb Updates immer sofort installieren. So kann der Nutzer eventuelle neue Funktionen anwenden, und die Sicherheitseinstellungen sind stets auf dem aktuellsten Stand. Die Home-Network-App von Devolo lässt sich so einstellen, dass alle verfügbaren Updates automatisch installiert werden. Angesichts dieser technischen Details sei gesagt: Wer schon einmal einen WLAN-Router selbst installiert hat, sollte auch mit der Einrichtung von Powerline-Adaptern zurechtkommen.

Der häusliche Router sollte leistungsfähig und mit den aktuellen Sicherheitsupdates versehen sein. AVM.
Der häusliche Router sollte leistungsfähig und mit den aktuellen Sicherheitsupdates versehen sein. AVM.
Mit diesem Set lässt sich ein Einfamilienhaus via Stromleitung sehr gut mit WLAN versorgen. Devolo.
Mit diesem Set lässt sich ein Einfamilienhaus via Stromleitung sehr gut mit WLAN versorgen. Devolo.
Mit einem guten Netzwerk lassen sich mehrere Aktivitäten wie Surfen, Gamen oder Telefonieren gleichzeitig betreiben. Devolo.
Mit einem guten Netzwerk lassen sich mehrere Aktivitäten wie Surfen, Gamen oder Telefonieren gleichzeitig betreiben. Devolo.
Praktisch: Die Powerline-Adapter sind mit einer integrierten Steckdose und Ethernet- Buchsen ausgestattet. Devolo.
Praktisch: Die Powerline-Adapter sind mit einer integrierten Steckdose und Ethernet- Buchsen ausgestattet. Devolo.

Bezugsquellen:

Text: Joachim Hoffmann,
Das Einfamilienhaus, Heft Nr. 3/2020

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